Königin von Niendorf

Deutschland 2017
Regie: Joya Thome
Laufzeit:
67 Min
Genre:
Kinderfilm, Abenteuerfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
3. - 13. Klasse | ab 8 Jahre
Themen:
Mut, Freundschaft, Erwachsenwerden, Zusammenhalt, Zugehörigkeit, Leben auf dem Land
Unterrichtsfächer:
fächerübergreifender Unterricht, Deutsch, Kunst, Sachkunde, Religion, Ethik

Beschreibung

Inhalt
Die zehnjährige Lea lebt mit ihren Eltern im beschaulichen Niendorf. Mit ihrem Fahrrad fährt sie durch das Dorf, holt Milch in einer Blechkanne und besucht ihren Freund Mark, der Musiker ist und als Aussteiger auf einem Bauernhof lebt. Normalerweise verbringt sie die Sommerferien mit ihrer besten Freundin im Ferienlager. Aber irgendwie verstehen die beiden sich seit diesem Sommer nicht mehr so gut. Auf einem ihrer Streifzüge entdeckt Lea fünf Jungs, die sich ein Floß gebaut haben. Wie sich herausstellt, sind die fünf eine richtige Bande. Zu gern wäre sie Teil dieser Gruppe. Doch so einfach nimmt die Bande keine Neuen auf. Mit einer Mutprobe soll Lea beweisen, dass sie es wirklich ernst meint. Und Lea hat mehr Mut als die Bandenmitglieder jemals gedacht hätten. Dann soll auch noch der Bauernhof von Mark versteigert werden. Und die Sommerferien werden doch noch zu einem großen Abenteuer!

Umsetzung
Eis essen, mit dem Fahrrad durch die Felder fahren, eine Ketchupschlacht im Freibad, die ersten Gefühle von Zuneigung: Königin von Niendorf zeichnet eine Erinnerung an Sommerferien auf dem Land. Mit gewissenhafter Langsamkeit in der Erzählweise, berührender Musik und viel Farbe entsteht eine Melancholie, die sich in der Geschichte des Films wiederspiegelt. Es geht um Lea, aber auch um die Strukturen einer Dorfgemeinschaft auf dem Brandenburger Land. Der Film verhandelt Akzeptanz und Anderssein, Gruppenzugehörigkeit und Moral und lässt dabei mit seiner dokumentarischen Erzählweise viel Raum für eigene Beobachtungen. Am Anfang stand die Hauptdarstellerin Lisa Moell und sehr viel Mut der Regisseurin Joya Thome, die während der kurzen Zeit der Sommerferien ihren ersten Langfilm machte und eine Geschichte auf dem Hof drehte, wo sie selbst die Sommerferien ihrer Kindheit verbracht hat.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film eröffnet ein Gespräch über die Kräfte, die Menschen entfachen können, wenn sie unbedingt Teil einer ganz bestimmten Gruppe sein wollen. Und wie verändern sich Gruppen, wenn eine Person hinzukommt? Sollten Gruppen bestimmten Regeln unterliegen? Königin von Niendorf fordert heraus, Grenzen selbst zu benennen: Wo hört Mut auf und wo fängt Leichtsinn an? Was dürfen wir von Menschen verlangen, die dazu gehören wollen? Die Stärke des Films liegt in der besonderen Stimmung, die auch durch die involvierende Geschichte entsteht. Aber die Filmsprache spielt die entscheidende Rolle bei der Erzeugung und Verstärkung der Stimmung: Mit den Schüler*innen können die Stimmungsmacher im Film identifiziert und analysiert werden: Farbgebung, Licht, Musik, Schnitttechnik und Kameraeinstellungen.

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