Wie Brüder im Wind

USA, Österreich 2015
Regie: Gerardo Olivares und Otmar Penker
Laufzeit:
94 Minuten
Genre:
Drama, Tierfilm
FSK:
6
Schulunterricht / Altersempfehlung:
3. - 6. Klasse | ab 8 Jahren
Themen:
Tiere, Natur, Abenteuer, Freiheit, Freundschaft, Konflikt/bewältigung, Verlust
Unterrichtsfächer:
Biologie, Sachunterricht, Naturwissenschaft, Deutsch, Ethik, Kunst, Religion

Beschreibung

Inhalt
Lukas lebt in den Bergen. Seit dem Tod der Mutter hat der Junge aufgehört zu reden, die Beziehung zum Vater ist distanziert und der Alltag freudlos. Dies ändert sich, als er eines Tages ein Adlerjunges findet, das von seinem Bruder aus dem Nest gestoßen wurde. Die beiden verbindet die Suche nach Wärme und Anerkennung und während Lukas den Adler heimlich aufzieht, entwickelt sich eine innige Freundschaft. Er tauft den Adler auf den Namen Abel. Mit Hilfe von Förster Danzer und vielen Flugversuchen kommt bald der Tag, an dem Abel in die Wildnis zurückkehrt. Lukas fürchtet, seinen einzigen Freund für immer zu verlieren. Als er während eines Unwetters nach Abel sucht, kommt es zur Konfrontation zwischen Vater und Sohn und zu einem Unfall, bei dem der Vater die Chance zum Neubeginn ergreift. Durch die Kraft der wiedergewonnenen Liebe des Vaters kann Lukas nun Abel wirklich die Freiheit schenken.

Umsetzung
Die atemberaubenden Landschafts- und Tieraufnahmen entführen die Zuschauer regelrecht in die wilde Bergwelt. Das Echo des Sounddesigns gibt dabei den Bildern Volumen und erfüllt den Kinosaal mit der Faszination der Stille und der Gegenwart jedes noch so kleinen Geräuschs. Aus der Tradition der Tierfilmer kommend, laden die Regisseure zur Naturbeobachtung ein, und erschaffen starke Tierpersönlichkeiten, wie sie eher aus Animationsfilmen bekannt sind. Etwa Abel, den Adler, der komisch und rührend, aber auch majestätisch und gefährlich erscheint, und durch eine subjektive Flugkamera die Präsenz eines echten Protagonisten bekommt. Förster Danzer führt als Erzähler durch den Film, was die Geschichte mit tieferen Gedanken über die Freiheit füllt und Kindern helfen kann, Zusammenhänge zu begreifen. Die Filmmusik ist dramatisch und stimmungsvoll, zum Teil etwas überladen und anrührend.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Das Adlerjunge Kain stößt seinen Bruder Abel in den Tod. Hier kann eine Beschäftigung mit der „Brutalität“ der Natur ansetzen. Für jüngere Kinder bedeutet das ein Heranführen an das Gleichgewicht der Natur im Fressen und Gefressen werden. Für ältere Kinder bietet es sich an, im Gegenzug dazu auch die Frage nach der „Menschlichkeit“ der Zivilisation zu erörtern. Im Film geht der schwache Vogel eine symbiotische Beziehung mit einem traumatisierten Jungen ein. Aber auch die Freiheit des Einzelnen und das „Loslassen können“ werden zu wichtigen Themen. Im Vater-Sohn-Konflikt ist Lukas symbolischerweise stumm geworden. Die Rolle des „über-etwas-reden-können“ in der Aufarbeitung von Schuld und Trauer wird greifbar. Schließlich bietet ein so dokumentarisch anmutender Film Anlass über das Phänomen Inszenierung zu sprechen, über gespielte Gefahr, dressierte Tiere und kalkulierte Kamerafahrten.

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