The Liverpool Goalie - oder: Wie man die Schulzeit überlebt!

Norwegen 2010
Regie: Arild Andresen
Laufzeit:
85 Minuten
Genre:
Komödie
FSK:
6
Schulunterricht / Altersempfehlung:
5.-8. Klasse | ab 10 Jahren
Themen:
Jungen, Außenseiter, Schule, Erwachsenwerden, Liebe
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Ethik, Sozial-/Gemeinschaftskunde, Sport

Beschreibung

Inhalt
Jo ist dreizehn und „abhängig von Fußball-Sammelkarten“, einer Leidenschaft, die er mit den Jungen in seiner Klasse teilt. Ansonsten hat es Jo aber nicht so mit dem Fußball. Ein lebensgefährlicher Sport, findet er, und nur ein Beispiel für all die Gefahren, die überall lauern. Seit dem Unfalltod seines Vaters wird Jo nämlich von den Ängsten seiner Mutter verfolgt: Treppen, Krankheiten, Mädchen. Das färbt ab, da geht Jo lieber auf Nummer sicher und hat immer die Folgen seiner Entscheidungen im Auge. Bevor er von seinem Mitschüler Tom Erik Prügel kassiert, macht er also dessen Hausaufgaben. Doch dann kommt Mari in die Klasse. Sie ist hübsch, klug, mutig und zudem eine tolle Fußballspielerin. Jo begreift, dass er aus der Deckung kommen muss, wenn er sie zur Freundin haben möchte. Als er endlich die seltene Sammelkarte von Liverpool s Torwart José Reina ergattert, scheint sich das Blatt für ihn zu wenden.
 
Umsetzung
Als Coming-of-Age-Geschichte ist The Liverpool Goalie nicht neu. Doch besticht der Film durch seine glaubwürdige und sympathische Hauptfigur wie auch durch seine sehr witzige Erzählweise. Der (schwarze) Humor entsteht vor allem durch Jos Tagträumereien und Fantasien, in denen er die möglichen Folgen bevorstehender Entscheidungen meist völlig übertrieben durchspielt. Diese sind oft so gut in die Handlung integriert, dass man sie als Zuschauer zunächst gar nicht als Imaginationen wahrnimmt. In all ihrer Komik spiegeln sie aber auch Jos Ängste wider, wobei viele offensichtlich medial geprägt sind. Der Junge und die Art, wie er sich und seine Umwelt wahrnimmt, stehen in The Liverpool Goalie ganz im Mittelpunkt, was durch Jos trockene, selbstreflektierende Kommentare aus dem Off betont wird. Das offene Ende lässt Raum für Interpretationen, inwiefern sich Jo tatsächlich entwickelt hat, hinterfragt aber zugleich auch das gängige Happy End in Mainstreamfilmen.
 
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Jo ist kein Siegertyp und als Klassenbester auch eher ein Außenseiter, aber eigentlich ist er ein ganz normaler Teenager mit alltäglichen Sorgen: Er will beliebt sein, er muss herausfinden, wer er ist, und sich selbst akzeptieren lernen. Diese Normalität macht ihn zu einer idealen Identifikationsfigur für junge Zuschauer/innen; anhand seiner Problematik lassen sich die Herausforderungen der Pubertät herausarbeiten. Ein Ansatzpunkt ist dabei die Analyse seines Vermeidungsverhaltens (etwa im Konflikt mit seinem Peiniger Tom Erik) sowie seiner Angstfantasien. Die Jugendlichen können dabei überlegen, in welchen Momenten Jo mit dem Träumen beginnt und was seine „Was wäre wenn“-Fantasien bei ihm auslösen. Zudem lassen sich anhand des Films Rollenbilder, Mobbing, Freundschaft und Eltern-Kind-Beziehungen aufgreifen. In Bezug auf die Filmsprache kann vor allem die Inszenierung der Traumsequenzen untersucht werden. Dabei sollten die Schüler/innen auf Farben, Kulissen, Figuren, Handlungen, den Einsatz von Zeitlupen und Musik achten und sie in Bezug auf ihre Wirkung analysieren.

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