Supa Modo

Kenia, Deutschland 2018
Regie: Likarion Wainaina
Laufzeit:
74 Min
Genre:
Drama, Komödie, Kinderfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
4. bis 6. Klasse | 9 bis 11 Jahre
Themen:
Superheld*innen/Superkräfte, Träume, Fantasie, Krankheit, Sterben/Tod, Familie, Freundschaft, Film/Filmschaffen, Kino
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Religion, Ethik, Kunst, Geographie, Sozialkunde, fächerübergreifender Unterricht

Beschreibung

Inhalt
Jo liebt Superheldenfilme und wenn sie sich selbst eine Superkraft aussuchen könnte, würde sie gerne fliegen können! In ihren Träumen kommt sie dem Fliegen ganz nah. Doch im echten Leben soll das todkranke Mädchen zu Hause bleiben und ihre Kräfte schonen. Ihre Mutter packt sie mit Wärmflaschen unter die Bettdecke, obwohl Jo die letzten Tage ihres Lebens viel lieber als kleine Superheldin unterwegs wäre. Und vielleicht ist das ja gar nicht so unmöglich? Jos Schwester Mwix hat eine Idee: Mit kleinen Tricks und ein wenig Vorstellungskraft blühen Jos Superkräfte auf. Erst kann sie Salzstreuer wie von Zauberhand über den Tisch wandern lassen, dann erstarren Menschen bei ihrem „Stopp“-Ruf in der Bewegung. Wäre es da nicht auch möglich, zu fliegen? Ermutigt von Jos Freude und gestärkt durch die Kraft der Fantasie überzeugt Mwix schließlich die Dorfgemeinschaft, einen Superheldenfilm mit Jo in der Hauptrolle zu drehen! Die Zauberkraft des Kinos lässt einen echten Superheldenfilm entstehen, der das Leben feiert, Jo fliegen lässt und zeigt, dass nicht nur Superheld*innen unsterblich sind!

Umsetzung
Von der ersten Minute an feiert „Supa Modo“ die Stärke der Fantasie und die Magie des Kinos. Likarion Wainaina ist damit ein bunter, humorvoller Film gelungen, der uns die Möglichkeit eines freien und spielerischen Umgangs mit der Endlichkeit des Lebens bietet. Von Anfang an ist klar, dass Jo sterben wird und wir alle einmal gehen müssen. Immer wieder lässt der Film den Protagonist*innen wie den Zuschauer*innen bewusst Zeit, diesem Verlust nachzuspüren. Doch nie geht der Geschichte die Leichtigkeit verloren. Denn Sorgen können sich in einem Handlungsraum entfalten, der durch die große Solidarität einer Dorfgemeinschaft getragen wird, die mit Leidenschaft einen Film dreht und die Illusionskraft des Kinos aufleben lässt. So wie Jo und die Dorfbewohner*innen aus dem Spiel zwischen Fiktion und Realität Kraft schöpfen, verleiht das Zusammenwirken von Fantasiewelt und Wirklichkeitsebenen dem Publikum natürliche Superkräfte im Umgang mit dem Tod: Es darf gleichzeitig gelacht und geweint, getrauert und geträumt werden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit seiner berührenden Geschichte öffnet „Supa Modo“ zwei zentrale Themenfelder: Mit einer ungewöhnlich lebensfrohen Geschichte vom Abschiednehmen schafft der Film eine offene Ausgangsbasis, um von Schwere befreit mit Kindern über Krankheit, Tod und Sterben zu sprechen. Jos Geschichte ermutigt, ungezwungen darüber nachzudenken, wie Träume gelebt, Abschiednehmen und Sterben gestaltet und mit der Gewissheit des Endlichen umgegangen werden kann. Die leichte und fantasievolle Berührung dieser oft – vor allem von Erwachsenen – als schwer empfundenen Themen schöpft der Film nicht zuletzt aus dem Wesen des Filmischen selbst: Von der ersten bis zur letzten Einstellung wirkt „Supa Modo“ dank der Kraft der Imagination und ist eine Liebeserklärung an das Filmemachen und Filmezeigen. Anhand des Films im Film können Produktionsschritte von der Drehbuchgestaltung über den Dreh bis hin zur Filmvorführung aufgegriffen, das Filmschaffen als Gemeinschaftsproduktion erfahren und die Wirkung filmischer Vorstellungskraft thematisiert werden.