Little Women

USA 2019
Regie: Greta Gerwig
Laufzeit:
135 Min
Genre:
Literaturverfilmung, Drama, Coming-of-Age
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 9. Klasse | ab 14 Jahre
Themen:
Frauen, Gender/Geschlechterrollen, Emanzipation, Erwachsenwerden, Familie, Gemeinschaftssinn, Vertrauen, Individuum (und Gesellschaft), Tradition, Konventionen, Liebe, Literaturverfilmung
Unterrichtsfächer:
Englisch, Sozialkunde, Medienkunde, Psychologie, Deutsch

Beschreibung

Inhalt
Die vier March-Schwestern sind eng verbunden, schlagen Mitte des 19. Jahrhunderts allerdings sehr unterschiedliche Lebenswege ein. Während die freigeistige Jo ihr eigenes Geld als Lehrerin und Autorin verdient und nichts von einer Partnerschaft wissen will, ist Meg glücklich verheiratet und Mutter zweier Kinder. Nesthäkchen Amy wiederum träumt von einer Karriere als Künstlerin und reist mit ihrer wohlhabenden Tante durch Europa. Als die Vierte im Bunde, die gesundheitlich schon immer etwas anfällige Beth, schwer erkrankt, finden sich die Schwestern nach und nach in ihrem Elternhaus ein. Dort, wo sie sieben Jahre zuvor gemeinsam mit ihrer Mutter Marmee zusammenlebten, während ihr Vater im Bürgerkrieg kämpfte. Damals machten sie auch die Bekanntschaft des charmanten Nachbarn Laurie, der sich in Jo verliebte.

Umsetzung
Der schon vielfach adaptierte Roman von Louisa May Alcott beschreibt das Leben der vier March-Schwestern in einer von starren patriarchalen Strukturen geprägten Gesellschaft. Greta Gerwigs Verfilmung erzählt überwiegend aus der Perspektive der selbstbestimmten Jo, die sich nicht in die angedachte Rolle einer Ehefrau fügen will. Immer wieder springt das aufwendig ausgestattete Drama von der Erwachsenenebene in die Jugendzeit der Protagonistinnen zurück und betont, dass die Wege zum persönlichen Glück sehr unterschiedlich sein können. Große Gefühle werden häufig beschworen. Gerwigs sensible Inszenierung und ihre starken Hauptdarstellerinnen ersticken Anflüge billiger Sentimentalität allerdings im Keim. Wenn am Ende dann doch Hollywood-Kitsch aufzukommen droht, enthüllt die Regisseurin einen doppelten Boden, der einen neuen Blick auf das Geschehen eröffnet.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Ausgehend von Gerwigs Romanadaption könnte man sich intensiver mit den gesellschaftlichen Begebenheiten in den Vereinigten Staaten Mitte des 19. Jahrhunderts beschäftigen. Welche Rolle war damals der Frau zugedacht? Wie spiegelt sich diese im Film wider? Und wo zeigt er Möglichkeiten für weibliche Selbstbestimmung auf? Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Hauptfigur Jo, über die der von männlichen Vorstellungen dominierte Literaturbetrieb in den Blick gerät. Des Weiteren bietet sich ein Vergleich zwischen der Romanvorlage und der neuen Leinwandfassung an. Wie strukturiert Gerwig Alcotts autobiografisch gefärbte Geschichte? Wo nimmt sich die Regisseurin Freiheiten, um neue Akzente zu setzen? Ausweiten könnte man diese Untersuchung auch auf eine oder mehrere der früheren Verfilmungen, etwa Mervyn LeRoys Version aus dem Jahr 1949 oder Gillian Armstrongs Adaption von 1994. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede tun sich auf?

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