Die Mitte der Welt

Deutschland 2016
Regie: Jakob M. Erwa
Laufzeit:
115 Minuten
Genre:
Literaturverfilmung, Coming-of-Age
FSK:
ab 14 Jahren
Schulunterricht / Altersempfehlung:
9. - 12. Klasse | ab 14 Jahren
Themen:
Erwachsenwerden, Liebe, Identität, Familie, Freundschaft, Normalität und Anderssein
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Ethik, Religion, Kunst, Psychologie

Beschreibung

Inhalt
Die Villa Visible ist ein Rückzugsort. Abgeschieden vom Dorf lebt der 17-jährige Phil dort mit seiner Zwillingsschwester Dianne, seiner unangepassten Mutter Glass und deren wechselnden Liebhabern. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, Glass hüllt sich immer in Schweigen. Als Phil sich in den neuen Mitschüler Nicholas verliebt, überstrahlt das Glück seine innere Leere. Gemeinsam mit Nicholas und seiner besten Freundin Kat erlebt er eine unbeschwerte Zeit. Bis ein tragisches Ereignis aus der Vergangenheit alte Wunden in Phils Familie wieder aufreißt und auch Phils Liebe zu Nicholas enttäuscht wird.

Umsetzung
Nach dem gleichnamigen Roman von Andreas Steinhöfel erzählt Jakob M. Erwa eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, in der die Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln, die Erfahrungen der ersten Liebe und das Finden des eigenen Wegs im Leben im Mittelpunkt stehen. Angenehm alltäglich geht der Film dabei mit der sexuellen Identität seines Protagonisten um. Die Liebe zu einem anderen Jungen wird hier keineswegs zu einem Problem, sondern ist verbunden mit den ganz normalen Höhen und Tiefen einer jeden Liebesbeziehung. Filmgestalterisch fängt der Film das Wechselbad der Gefühle in atmosphärischen Bildern und verspielten Montagen ein und findet insgesamt eine gute Balance zwischen ausgelassener Leichtigkeit, Überschwang und Melancholie.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Deutsch-Unterricht bietet es sich zunächst an, unterschiedliche Schwerpunkte zwischen Buch und Film zu erarbeiten. Insbesondere sollte dabei besprochen werden, wie der Film die Stimmung der Vorlage in filmgestalterische Mittel – etwa Lichtstimmungen oder Musik – überträgt und damit eine eigene Ausdrucksform findet. Lebenskundlich orientierte Fächer können unterdessen an der psychologischen Charakterisierung der Figuren ansetzen. Dabei kann vor allem besprochen werden, durch welche positiven wie negativen Erfahrungen Phil sich verändert und wie er dadurch definiert, wer er ist oder sein möchte. Beachtung sollte auch die Darstellung der sexuellen Identität finden. Dabei kann diskutiert werden, welchen Stellenwert diese für die Geschichte einnimmt und wie „Die Mitte der Welt“ damit im Vergleich zu anderen Filmen (wie etwa „Closet Monster“) umgeht.

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