Die Känguru-Chroniken

Deutschland 2020
Regie: Dani Levy
Laufzeit:
92 Min
Genre:
Komödie
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 5. Klasse | ab 10 Jahre
Themen:
Komödie, Witze, Freundschaft, (Un-)Angepasstheit, soziale Ungleichheit, Gesellschaft
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Sozialkunde, Gesellschaftswissenschaften, Politik, Ethik, Kunst

Beschreibung

Inhalt
Berlin-Kreuzberg: Beim Kleinkünstler Marc-Uwe Kling zieht ein Känguru ein. Der ungewöhnliche WG-Mitbewohner stellt Marc-Uwes Leben auf den Kopf, der neue Buddy organisiert aber auch den Kampf gegen die Verdrängung aus dem Kiez und gibt dem unbeholfenen Single etwas Flirt-Nachhilfe. Das Känguru ist Kommunist und zwingt Marc-Uwe nach und nach aus seinem Alltagstrott, in dem sich der phlegmatische Softie zwischen Couch, Kneipe und Therapeut bewegt. Durch den Einfluss der Regeln ignorierenden Aktionsfreude des zugleich unsagbar faulen Kängurus entwickelt sich bei Kling eine langsam wachsende Tendenz zur Selbstbehauptung. Gemeinsam mit anderen Kiezbewohnern gründen sie das "Asoziale Netzwerk" in der Kneipe unten an der Ecke und wehren sich gegen die kapitalistische Verflechtung von Politik und Wirtschaft, verkörpert in der Figur des Bauinvestors Jörn Dwigs. Mit vereinten Kräften schafft es das Netzwerk, die Pläne des Rechtspopulisten und seiner skrupellosen Frau zu vereiteln und die beiden ungleichen Freunde hüpfen am Ende, vertieft in aberwitzige Wortgefechte, in den Sonnenuntergang.

Umsetzung
Dany Levy verfilmt „Die Känguru-Chroniken“ nach dem gleichnamigen Episodenroman von Marc-Uwe Kling als turbulente und witzige Komödie. Er überträgt den schrägen und skurrilen Humor der originalen Kultfigur und schafft filmische Unterhaltung mit Anklängen von Sozialkritik und politischer Haltung. Im Zentrum steht das vom Autor synchronisierte Känguru, das mit trockenem und vorlautem Humor einen satirischen Blick auf eine von Profitgier getriebene Gesellschaft wirft. Im Film wird immer wieder referenziell auf Kultfilme verwiesen. Die Anspielungen und Verweise u .a. auf „Star Wars“ oder „Pulp Fiction“ bedienen die popkulturellen Vorlieben der beiden Hauptfiguren und thematisieren Film im Film. Das Film-Känguru wird weniger scharfzüngig und philosophisch als im Roman dargestellt, dafür gibt es immer wieder ganz ordentlich auf die Mütze, denn das boxende Tier neigt zu wortlosen Konfliktlösungen. Das marxistisch-leninistisch geschulte Beuteltier langweilt jedoch nicht mit langatmigen Politikvorträgen, sondern unterhält mit poppig comichafter Action und gekonntem Wortwitz.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Das populäre Känguru begeistert seine eingefleischten Fans wie Skeptiker und gewinnt neue Anhänger im ewigen Kampf gegen Kapitalismus und Unterdrückung. Anarchisch lebt es jenseits gesellschaftlicher Konventionen genau das aus, was Kinder für gewöhnlich nicht dürfen: Regeln brechen, frech und faul sein, Chaos anrichten. Hedonistisch und vorlaut nervt und unterhält das Tier sein Umfeld ebenso wie die Kinozuschauer*innen. Der Film und sein Humor funktioniert für ganz unterschiedliche Altersstufen gleichermaßen ergiebig: Die Jüngeren werden Spaß am Slapstick, an Nonsens-Dialogen und den klischeehaft überzeichneten Figuren haben, die sich in einer Welt bewegen, die klar in Gut und Böse eingeteilt ist. Die etwas älteren Schüler*innen werden die Wortspiele schätzen, die bissig-böse Ironie und die politischen Anspielungen. Aktuelle gesellschaftliche Probleme wie der europäische Rechtsruck, die Gentrifizierung und Investorenpolitik werden filmisch nicht tiefergehend thematisiert, sie bilden eher den Anlass für fröhliche Randale, knüpfen aber mühelos an gegenwärtige gesellschaftliche Debatten an.

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