Die Falken – Alle für einen

Island 2018
Regie: Bragi Thor Hinriksson
Laufzeit:
92 Min
Genre:
Kinderfilm, Abenteuerfilm
FSK:
ab 6 Jahre
Schulunterricht / Altersempfehlung:
3. bis 7. Klasse | 8 bis 12 Jahre
Themen:
Freundschaft, Zusammenhalt, Teamgeist, Fußball, Sport, Verantwortung, häusliche Gewalt, Zivilcourage, Erwachsenwerden, Naturkatastrophen
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Lebenskunde/Ethik, Religion, Erdkunde, Kunst, Sport

Beschreibung

Inhalt
Ein jährliches Fußballturnier auf der isländischen Inselgruppe Vestmannaeyjar stellt den zehnjährigen Jón und seine Mannschaft ‚Die Falken‘ vor ungeahnte Herausforderungen – sowohl auf dem Fußballplatz als auch abseits davon. Der fiese Ívar vom lokalen Verein ÍBV reißt sich Jóns Ball unter den Nagel, die Fylkir aus Reykjavík rund um die clevere Rósa scheint den ehrgeizigen Jungs überlegen zu sein und unheilvolle Träume von einem Vulkanausbruch machen Jón zusätzlich nervös. Mit dem steigenden Druck sinkt die Konzentration der Falken und der Pokal scheint zunächst unerreichbar. Das junge Team muss in diesem Turnier lernen, dass es im Leben um mehr als nur ums Gewinnen geht. Bei einem Versuch seinen Ball zurückzuholen wird Jón Zeuge, wie Ívar von seinem betrunkenen Vater geschlagen wird. Trotz der anfänglichen Feindschaft steht die Entscheidung schnell fest: Ívar muss geholfen werden.

Umsetzung
In der aufregenden Atmosphäre eines Auswärtsspiels inszeniert Regisseur Bragi Thor Hinriksson die Geschichte eines kleinen Schrittes in Richtung Erwachsenwerden. Die filmische Umsetzung der Spiele mitsamt subjektivem Off-Kommentar ist dynamisch und dürfte vor allem Fußballbegeisterte ansprechen, doch die Geschichte um Zusammenhalt und Respekt auch über die eigene Bezugsgruppe hinaus ist universell. Die Szenen, in denen das sensible Thema der häuslichen Gewalt behandelt wird, ohne das Geschehen dabei direkt zu zeigen, sind ernsthaft und ungeschönt umgesetzt, was nicht zuletzt der intensiven, dramatischen Musik in diesen Momenten zuzuschreiben ist. Bemerkenswert ist auch der symbolisch aufgeladene, brodelnde Vulkan, dessen unterschwellige Bedrohung im direkten Kontrast zur friedlich-ländlichen isländischen Inselumgebung steht.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die Zuschauer*innen können unmittelbar ihre eigenen Erfahrungen und Ambitionen im Teamsport reflektieren. Dass Freundschaft und Respekt dabei auch über die eigene Mannschaft hinausgehen, ist ein zentrales Thema des Films. Anhand der Annäherung von Jón und Ívar kann diskutiert werden, was es bedeutet, sich bedingungslos für jemand anderen einzusetzen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit einer Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt, ihren Auswirkungen und möglichen Ursachen. Wie kann ich handeln, wenn jemandem Unrecht passiert? An wen kann ich mich wenden? Für die Besprechung der filmischen Gestaltung sind vor allem zwei Aspekte interessant. Der Vulkanausbruch spiegelt nicht nur eine reale Gefahr, sondern auch Jóns innere Ängste und Selbstzweifel wider. Auf der anderen Seite steht die filmische Umsetzung als Sportfilm. Mit welchen Techniken wird das Fußballspiel inszeniert? Worin unterscheidet sich der Kommentator im Film von einem echten Fußballkommentar?

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