Der Junge und die Wildgänse

Frankreich 2019
Regie: Nicolas Vanier
Laufzeit:
113 Min
Genre:
Kinderfilm, Abenteuerfilm
FSK:
Infos folgen
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 6. Klasse | ab 11 Jahre
Themen:
Tiere und Natur, Umweltschutz, Verantwortung, Mut, Abenteuer, Ökologie, biologische Vielfalt, Familie, Erwachsenwerden
Unterrichtsfächer:
fächerübergreifend Ökologie und Umweltschutz, Biologie, Geographie, Französisch, Sozialkunde, Ethik, Deutsch

Beschreibung

Inhalt
Der 14-jährige Thomas ist genervt – seine Mutter zwingt ihn die Sommerferien bei seinem Vater Christian in der Camargue zu verbringen. Dort gibt es kein WLAN und alles dreht sich um ein paar komische Gänseeier. Sein Vater läuft dazu auch noch in einer hässlichen Kutte umher. Denn Christian hat eine Mission: er möchte den jungen Wildgänsen eine ungefährlichere Zugvogelroute beibringen, um der Art das Überleben zu sichern. Nach und nach erwärmt sich auch Thomas für die kleinen Küken, die ihn als ihre „Mutter“ betrachten und ihm überall hin folgen. Als die Gänse flügge werden, machen sich Mensch und Tier gemeinsam auf den Weg nach Norwegen, um von dort aus mit einem Ultraleichtflugzeug auf der neuen Route nach Frankreich zurückzufliegen. Doch Christian gar keine Genehmigung für sein Experiment. Als die norwegische Polizei versucht sie zu stoppen sieht Thomas nur einen Ausweg: er fliegt alleine mit den Gänsen los in den Süden.

Umsetzung
Der erfahrene Kinderfilmregisseur Nicolas Vanier (u.a. „Belle & Sebastian“) inszeniert wieder ein packendes Abenteuer über einen Jungen und sein Verhältnis zu Tieren vor einer beeindruckenden Naturkulisse. Gemeinsam mit dem Protagonisten Thomas lernen die Zuschauer*innen die Wildgänse kennen und erfahren an ihnen beispielhaft, wie die moderne Gesellschaft den Vögeln auf ihren natürlichen Wegen buchstäbliche Hindernisse in den Weg legt. Auch Christians erfolglose Versuche sein Projekt offiziell genehmigt zu bekommen erzählen über das Scheitern an einem System, dass erst überzeugt wird, als Thomas und die Gänse auf ihrer Reise zu Medienstars werden. Gelungen ist zudem die Kameraführung, die nicht nur die Sumpflandschaften der Camargue und die Fjorde Norwegens mit hohen Schauwerten einfängt, sondern auch die Perspektive der Zugvögel einnimmt und ihnen auf ihren Wegen im wahrsten Sinne über die Schulter schaut.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film bietet verschiedene Anknüpfungspunkte für den Unterricht, wobei das Themenfeld Umweltschutz im Zentrum steht. Am Beispiel der Wildgänse wird verdeutlicht, wie weitreichend und komplex menschliche Eingriffe in die Natur sind und vor welchen Herausforderungen der Artenschutz steht. Der Film erlaubt sowohl einen Einstieg über die Zugvögel in Europa, als auch eine umfassendere Analyse der gesellschaftlichen Institutionen, die die Debatte über Artenschutz und Biodiversität bestimmen. Hier sind besonders die Rolle des Journalismus und der Einfluss von Social Media nennenswert. Vor diesem Hintergrund wird eine spannende Geschichte des Erwachsenwerdens erzählt, die wiederum für Analyse der Figuren und einer filmischen Heldenreise dienen kann. Bei einer Sichtung in der Originalfassung ist dieser Film besonders geeignet für Französischlernende.

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