Dark Eden – Der Albtraum vom Erdöl

Deutschland 2018
Regie: Jasmin Herold, Michael Beamish
Laufzeit:
80 Min
Genre:
Dokumentarfilm
FSK:
ab 6 Jahre
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 9. Klasse | ab 14 Jahre
Themen:
Energie, Klimawandel, Ökologie, Krankheit, Wirtschaft, Arbeit/Arbeitslosigkeit, Globalisierung, Kapitalismus, Migration, Heimat, Gesellschaft, Ausbeutung, Wohlstand, Armut, Verantwortung, Technik/Neue Technologien
Unterrichtsfächer:
Geographie, Biologie, Sozialkunde, Wirtschaft, Ethik, Deutsch, Englisch

Beschreibung

Inhalt
Im kanadischen Fort McMurray befindet sich eines der größten und letzten Ölvorkommen der Welt. Doch bei der aufwändigen Gewinnung des Öls aus Teersand entstehen weitaus mehr Treibhausgase als bei der konventionellen Förderung und weitere Stoffe, die Natur, Tier und Mensch vergiften, werden freigesetzt. Der Film folgt Arbeiter*innen aus verschiedenen Ländern, die ihr Glück in der zunächst äußerst lukrativen Öl-Gewinnung suchen: vom PR-Manager der Kampagne „We love oil sands“ über den deutschen Mechaniker bis hin zum südsudanesischen Geflüchteten, der auf der untersten Hierarchie-Stufe als erster seinen Job verliert, als der Ölpreis fällt. Neben ökologischen Problemen werden ökonomische Zwänge und Ungleichheiten sichtbar. Wie die Protagonist*innen blendet die nach Fort McCurray gezogene Filmemacherin die massive Umweltzerstörung zunächst oft aus, doch dann erkrankt ihr eigener Partner, der Co-Regisseur, an Krebs.

Umsetzung
Mit der Konzentration auf einen bestimmten Ort und fünf Hauptfiguren konkretisiert der Film das globale Thema der Ölgewinnung. Er macht persönliche Betroffenheit als auch unterschiedliche Blickwinkel sichtbar und verweigert sich so einem klaren Gut-Böse-Schema. Die Landschaft um Fort McMurray bildet eine Art weiteren Protagonisten. Panorama-Aufnahmen der Ölgewinnungsanlagen mit riesigen, verseuchten Klärteichen illustrieren die Dimension der Umweltzerstörung, Bilder des großen Waldbrandes aus dem Jahr 2016 die Zuspitzung. Mit Off-Kommentaren liefert die Filmemacherin sparsam Hintergrundinformationen und skizziert ihren persönlichen Bezug. Erst am Ende ist sie gemeinsam mit ihrem Partner und Co-Regisseur zu sehen, in einem deutschen Krankenhaus. Ihr Wegzug spiegelt sich in den fünf Kernfiguren wider, denn viele mussten Fort McMurray im Zuge des fallenden Ölpreises verlassen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Anknüpfend an den Film lässt sich das Themengebiet Öl beleuchten: Auf welche Weisen und in welchen Gebieten wird dieses gewonnen? Wie hat Öl Gesellschaften im Laufe der Zeit verändert? Wie wurde es vor allem in der US-amerikanischen Film- und Kulturgeschichte dargestellt (vgl. exemplarisch den Spielfilm „There Will Be Blood“, USA 2007)? Die ökologischen Probleme bei der Gewinnung und dem Verbrauch legen es nahe, Öl im Kontext des Klimawandels zu betrachten und alternative Lebensstile als auch erneuerbare Energien zu diskutieren. Neben ökologischen können sozialen Frage erörtert werden, sind beide doch eng miteinander verknüpft. Mit den Hauptfiguren unterschiedlicher sozialer Milieus und dem Nebenstrang, in dem das Regie-Duo seine persönliche Geschichte schildert, bietet sich „Dark Eden“ auch dazu an, verschiedenen Stilrichtungen des Dokumentarfilms nachzuspüren und zu reflektieren, wie mediale Darstellungen zwangsläufig subjektiv und selektiv sind.

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