Zwischen Himmel und Eis

Frankreich 2014
Regie: Luc Jacquet
Laufzeit:
90 Minuten
Genre:
Dokumentarfilm
FSK:
0
Schulunterricht / Altersempfehlung:
9.-12. Klasse | ab 14 Jahren
Themen:
Eisforschung, Antarktis, Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaft und Gesellschaft, Mensch und Natur, Klimawandel, Folgen des Klimawandels
Unterrichtsfächer:
Geografie, Politik, Sozialkunde, Ethik, Religion, Philosophie, Deutsch, Physik, Chemie

Beschreibung

Inhalt
Einer der profiliertesten französischen Naturforscher blickt zurück auf die wichtigsten Stationen seines Lebens.
Der Glaziologe Claude Lorius hat seit den 1950er Jahren das antarktische Eis untersucht. Er hat Methoden entwickelt, um in einer lebensfeindlichen Welt immer tiefer in den Eispanzer zu bohren und damit immer weiter zurück in die Klimageschichte der Erde zu blicken.
Wichtige Hinweise auf den von Menschen verursachten Klimawandel konnten so erbracht werden. Aber Claude Lorius will mehr, als nur die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge zu klären – er findet in der Antarktis eine Landschaft von großer Schönheit, eine Landschaft, die ihn die Zerbrechlichkeit des einzelnen Menschen spüren lässt – und die Zerstörungskraft der modernen Zivilisation.


Umsetzung

"Zwischen Himmel und Eis" ist eine ästhetisch ansprechende Verbindung aus Filmbiografie, Natur- und Wissenschaftsfilm. Der Film beginnt in der Gegenwart: Ein alter Mann in einer kargen Landschaft. Der freundliche Blick des Mannes schafft Vertrauen, und so begibt man sich gerne in die Hand dieses klugen Erzählers. Der Film visualisiert das Zusammenspiel von Mensch und Natur in eindrucksvollen Landschaftsbildern, in denen Lorius symbolträchtig über tauende Gletscher schreitet, im steigenden Meerwasser steht oder durch die Überreste eines niedergebrannten Waldes streift.

Aus dieser Gegenwartsebene heraus beginnt Lorius mit der Erzählung seiner Forschergeschichte, die unterlegt ist mit historischen Filmaufnahmen; viele davon dürften von ihm selbst stammen. Man sieht Männer, die sich mit primitivem Gerät durch Eisstürme quälen, die filigrane Messstationen errichten, die in ihrer Forschungshöhle sitzen und mit einem Glas Rotwein und einem selbst gekochten Essen so etwas wie Behaglichkeit hervorbringen. Die dokumentarischen Aufnahmen lassen die Zuschauer/ innen teilhaben an der Aufbruchsstimmung einer noch jungen Wissenschaft, die von jungen Menschen vorangetrieben wurde. Sie zeigen auch die Verläufe und Krisen späterer Forschungsexpeditionen, zunehmende Komplexität der Experimentiermethoden und wachsenden technischen Aufwand. Während die Rückblenden immer näher an die Gegenwart rücken, wird auch die Erkenntnis immer klarer: Die Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass ein von Menschen verursachter Klimawandel längst im Gange ist.

Zwischendurch kehrt der Film immer wieder in die Gegenwartsebene zurück. Er zeigt Lorius und lässt die Zuschauer/innen an seinen Reflexionen teilhaben. Es sind Gedanken über die Rolle des Menschen auf der Erde, über die Wunder der Natur, über wissenschaftliche Erfolge und Zweifel an der Handlungsfähigkeit des Menschen insgesamt. An den Übergängen zwischen den Erzählebenen spielt der Film auf raffinierte Weise mit den verschiedenen Zeitebenen. Er bietet symbolisch aufgeladene, aber nie aufdringliche Bilder an und hält eine Balance zwischen Problemorientierung und dem Schwelgen in grandiosen Landschaftsaufnahmen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Selbst in den entlegensten Orten der Welt sind heute die Spuren der menschlichen Zivilisa­tion tief eingegraben. Diese Erkenntnis vermit­teln die beiden Dokumentarfilme ZWISCHEN HIMMEL UND EIS auf sehr nachdrückliche Weise. Er zeigt die Natur in eindrucksvollen Bildern und rückt sie in einen sozialen Zusammen­hang: Wie leben Menschen an fernen Orten, wie reagieren sie auf Veränderungen, wie gehen sie mit der Erkenntnis um, dass sich etwas sehr Grundlegendes mit der sie umgebenden Natur verändert?

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Trailer