Unsere Wildnis

Deutschland, Frankreich 2015
Regie: Jacques Perrin, Jacques Cluzaud
Laufzeit:
95 Minuten
Genre:
Dokumentarfilm
FSK:
0
Schulunterricht / Altersempfehlung:
5. - 12. Klasse | ab 10 Jahren
Themen:
Natur, Umweltschutz, Schöpfung, Werte, Ökologie, Zivilisation, Tiere, Menschheit, Verantwortung
Unterrichtsfächer:
Biologie, Erdkunde,  Geographie, Geschichte, Ethik, Religion

Beschreibung

Inhalt
Die Filmemacher zeigen in faszinierenden Bilderfolgen, wie nach dem Ende der letzten Eiszeit die Jahreszeiten nach Europa zurückkehrten und sich in der Wildnis viele Tier- und Pflanzenarten verbreiteten. Dabei passen sich Bären, Füchse, Dachse, Luchse, Eichhörnchen, Eulen, Kraniche und Schmetterlinge an die neuen klimatischen Bedingungen an. Nachdem Tiere und Urmenschen Jahrtausende in friedlicher Koexistenz lebten, greift der Mensch seit seiner Sesshaftwerdung und der Domestizierung von Wildtieren immer tiefer in die Natur ein. Nach und nach rottet der Mensch störende Tierarten wie Wölfe und Bären aus oder verdrängt sie in Nischen. Je mehr natürliche Lebensräume die Zivilisation durch Städtebau, Industrie und Kriege zerstört, umso größer wird die Notwendigkeit zur Rücksichtnahme auf die verbliebene Natur. Am Ende beschwört der Film ein „neues Bündnis“ zur Wahrung der Schöpfung.

Umsetzung
Analog zu den Vorgängerfilmen „Die Nomaden der Lüfte“ und „Unsere Ozeane“ besticht der neue Film von Jacques Perrin und Jacques Cluzaud durch eine Fülle locker verbundener, faszinierender Bildfolgen von Tieren in freier Wildbahn. Vielfach rückt die Kamera sehr nah an die Tiere heran, insbesondere an putzige Jungtiere. Über den Baumwipfeln können die Zuschauer mit Hilfe von Drohnen Zugvögel bei ihren Flugformationen begleiten. Für Spannungsmomente sorgen vor allem dynamische Sequenzen, in denen Kameras auf schnellen Geländefahrzeugen Wölfe filmen, die Wildpferde durch den Wald hetzen, oder Gemsen, die sich über steile Gebirgshänge jagen. Nachdem zunächst nur Tiere und Pflanzen zu sehen sind, taucht nach etwa 40 Minuten der erste Mensch im Bild auf. Parallel zur Eroberung des Ökosystems Wildnis durch die Menschen wechselt die Farbe der Begleitmusik vom eher Heiteren zum Melancholischen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die beeindruckenden Tieraufnahmen, die über vier Jahre hinweg in Tierparks und Reservaten von Norwegen bis Rumänien entstanden, führen den Zuschauern die bedrohte Artenvielfalt anschaulich vor Augen und sensibilisieren so für das Thema Artenschutz. Während ein sparsam eingesetzter, etwas pathetischer off-Kommentar wichtige Stationen der Entwicklung von der urtümlichen Wildnis bis zu modernen Kulturlandschaft anspricht, verzichten die Filmemacher auf jede Information zu den gezeigten Tierarten. Gerade im Biologie-Unterricht bedarf es daher eine pädagogischen Vor- und Nachbereitung. Im Finale hält der Film zwar ein aufrüttelndes Plädoyer für ein „neues Bündnis“ zwischen Menschen und Natur zu Beginn des neuen Jahrtausends. Angesichts des Raubbaus an den irdischen Ressourcen und der Szenarien zum Klimawandel stellt sich aber die Frage: Ist es eine Umkehr noch rechtzeitig möglich?

Links

Trailer