Unsere große kleine Farm

USA 2019
Regie: John Chester
Laufzeit:
91 Min
Genre:
Dokumentarfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 7. Klasse | ab 12 Jahre
Themen:
Landwirtschaft, Tierhaltung, Ökologie, Natur, Umwelt, Artenvielfalt, Hoffnung, Träume, Ernährung, Klimawandel, Verantwortung, Vertrauen, Konsumverhalten, Handel
Unterrichtsfächer:
Biologie, Geographie, Politik, Sozialkunde, Wirtschaft, Englisch, Berufsorientierung

Beschreibung

Inhalt
Der Dokumentar- und Tierfilmer John Chester und seine Frau Molly, eine Köchin und Food-Bloggerin, verlieren ihre Wohnung in Los Angeles, weil ihr neuer Hund ständig bellt. Er scheint ihnen das Startsignal zur Erfüllung eines lang gehegten Traumes zu geben: Die Chesters verlassen die Großstadt und gründen im kalifornischen Hügelland ihre eigene Farm. Allerdings kommt es für sie nicht infrage, diese konventionell zu betreiben. Sie holen sich Hilfe und Beratung bei Alan York, einem Spezialisten für biodynamische Landwirtschaft. Gemeinsam bewältigen sie eine Reihe von Problemen: große Flächen mit ausgelaugten Böden, Dürre, sich plötzlich vermehrende Schädlinge sowie Raubtiere. Doch mit viel Geduld und Beharrlichkeit entsteht eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die immer mehr ins natürliche Gleichgewicht kommt.

Umsetzung
John Chester und sein Team haben über acht Jahre an diesem Film gedreht. Damit ist er eine Langzeit(selbst)beobachtung, die sehr kurzweilig ist: Bewusst werden Elemente der Spannungserzeugung eingesetzt, z. B. Aufnahmen von einem Flächenbrand zu Beginn, um die Leitfrage zu unterstreichen: Wird die Farm der Chesters überleben? Der Film zeigt eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren im Kreislauf von Wachsen und Vergehen bzw. von ihrer glücklichen Geburt (Ferkel) bis zum teils grausamen Tod durch Kojoten (Enten, Hühner). Kontrastreich sind in der Folge auch die inszenierten Atmosphären zwischen märchenhaft schön und actionhaltig-dramatisch. Aufnahmen von den auch nächtlichen Arbeits- und Rettungseinsätzen wechseln ab mit ruhigen Reflexionen, humorvollen Passagen und Zeichentrickbildern.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film spricht mit seinen Fragen nach Selbstverwirklichung bzw. dem „richtigen“ Leben in einer als komplex und krisenbelastet einzuschätzenden Umwelt Themenkomplexe an, für die in Folge der Fridays for Future-Bewegung bei vielen Schüler*innen ein Bewusstsein und ein Bedürfnis nach Auseinandersetzung entstanden ist. Die Personen im Film können eine Vorbildwirkung haben für eine trotz allem optimistische Weltsicht, für positive Entscheidungen, für deren Verwirklichung allerdings ein hohes Maß an Beharrlichkeit, an Teamgeist und Wissen erforderlich ist. „Unsere große kleine Farm“ lässt sukzessive eine Artenvielfalt entstehen, wie sie angesichts von Klimawandel sowie wiederkehrender Diskussionen und Skandale in der Landwirtschaft (Stichworte sind z. B. Glyphosat, artgerechte Tierhaltung) märchenhaft erscheint. Es wird jedoch deutlich – und das ist in Auseinandersetzung mit dem Film auch auf europäische bzw. deutsche Verhältnisse übertragbar –, dass die auf lange Sicht wesentlich stabilere biodynamische Landwirtschaft ein Element der Bewältigung aktueller Krisen wie z. B. des Klimawandels sein muss. Welche Konsequenzen hat sie für die Umwelt, für Pflanzen, Tiere und den Menschen? Wie können wir uns selbst verwirklichen und so leben und wirtschaften, dass dies positive Auswirkungen auf uns und die Umwelt hat?

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