Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich 2018
Regie: Wim Wenders
Laufzeit:
96 Minuten
Genre:
Dokumentarfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
8. - 13. Klasse | ab 13 Jahre
Themen:
Religion, katholische Kirche, Papst, Ethik, Menschenrechte, Umweltschutz, Frieden, Gerechtigkeit, Minderheiten, Armut, Rassismus, sexueller Missbrauch, Gemeinwohl, Christentum, Humanismus, Migration, Schöpfung
Unterrichtsfächer:
Religion, Ethik, Politik , Sozialkunde, Deutsch

Beschreibung

Inhalt
Der 72-jährige Regisseur Wim Wenders gestaltete auf Einladung des Vatikans einen Dokumentarfilm, den er explizit nicht als Porträt über Franziskus, sondern als Film mit ihm angelegt hat. In längeren Sequenzen, die auf Interviews beruhen, wendet sich der 81-jährige Argentinier direkt an die Zuschauer und gewährt so umfassende Einblicke in seine Überzeugungen zu Schlüsselthemen wie Frieden und Glauben, Immigration und soziale Ungerechtigkeit, Familie und Sexualität. Zahlreiche Bildfolgen dokumentieren die Besuche des Oberhauptes der katholischen Kirche in aller Welt, so in Yad Vashem in Jerusalem und bei den Vereinten Nationen in New York, aber auch in Flüchtlingslagern und Gefängnissen. Zugleich arbeitet Wenders heraus, wie sehr sich Jorge Mario Bergoglio in der Tradition des Heiligen Franz von Assisi sieht, der für eine grundlegende Erneuerung der Kirche, Hinwendung zu den Armen und Liebe zur Natur sieht.

Umsetzung
Kernstück des Films sind die direkten Ansprachen des Papstes an das Publikum, die auf vier Interviews beruhen. Wenders, der weder zu hören noch zu sehen ist, setzte dabei ein Interrotron ein, eine Art umfunktionierter Teleprompter, der es dem Papst erlaubt, über einen Spiegel Wenders zu sehen, nicht aber die Kamera. Beim Zuschauer entsteht so der Eindruck, der Papst sehe ihm direkt in die Augen. Entwickelt wurde dieses Verfahren vom US-Dokumentaristen Errol Morris. Bei den Impressionen von den Papstreisen in aller Welt konnte Wenders auf Archivmaterial des Vatikans zurückgreifen. Nachgestellte Szenen zum Leben des Franz von Assisi (1181-1226) wurden mit einer Handkurbelkamera aus den 1920er Jahren in Schwarzweiß in Assisi gedreht. Sie verdeutlichen die enge Verbundenheit von Franziskus mit dem Kirchenreformer, dessen Namen sich der 266. Papst als erster der Kirchengeschichte zugelegt hat.

Anknüpfungspunkte für die pädadagogische Arbeit
Die Bildungsarbeit mit dem Film wird dadurch erleichtert, dass Franziskus mit seiner programmatischen Orientierung am Gemeinwohl und seinen humanistischen Überzeugungen auch und gerade Jugendliche anspricht. Seine Reformansätze legen es nahe, im Unterricht zu diskutieren, wie diese mit Widerständen in der eigenen Institution und kirchenrechtlichen Hürden kollidieren. Wenders reklamiert, dass der Film sich nicht an Katholiken oder Christen, sondern an Menschen aller Religionen richtet. Ist ihm das gelungen? Der Filmtitel suggeriert, dass Franziskus ein Mann ist, der lebt, was er predigt. Wie glaubwürdig ist sein Auftreten, wie ernst sein Erneuerungswille? Der Papst war schon oft Protagonist in Kinofilmen. Wie unterscheidet sich Wenders' Konzept von anderen Ansätzen wie etwa "Johannes XXIII – Für eine Welt in Frieden", "Francesco und der Papst" oder "Habemus Papam"?

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