Paddington

Großbritannien, Frankreich 2014
Regie: Paul King
Laufzeit:
95 Minuten
Genre:
Abenteuerfilm, Trickfilm, Komödie, Kinderbuchverfilmung
FSK:
0
Schulunterricht / Altersempfehlung:
2. - 6. Klasse / ab 7 Jahre
Themen:
Abenteuer, Familie, Fremde Kulturen, Freundschaft, Heimat, Literaturverfilmung
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Englisch, Kunst

Beschreibung

Inhalt
Ein Erdbeben erschüttert den peruanischen Regenwald und plötzlich stehen ein kleiner Bär und seine Tante ohne Bleibe da. Also schickt die pragmatische Bärin den Neffen als blinden Passagier nach London, wo der Heimatlose bei einem bekannten Tierforscher unterkommen soll. Doch der sprechende Bär verirrt sich in der fremden Umgebung und strandet völlig verloren auf dem Londoner Bahnhof Paddington. Hier findet ihn die Familie Brown, die den Findling kurzerhand nach der Station benennt und vorübergehend bei sich aufnimmt. Der tollpatschige Paddington flutet allerdings erst einmal das Badezimmer und stiftet auch sonst reichlich Chaos in seiner Gastfamilie. Währenddessen plant eine fiese Tierpräparatorin bereits dem Jungbären das Fell über die Ohren zu ziehen.

Umsetzung
In England ist Paddington Bär aus den Kinderbüchern von Michael Bond ein Nationalheiligtum. Seit dem ersten Band "Ein Bär mit Namen Paddington" aus dem Jahr 1958 ist die Reihe auf über 20 Titel angewachsen. Die Kino-Adaption arbeitet mit einer Mischung aus Spielszenen und Computeranimationen und lebt von ihrer gut getimten Situationskomik. Technisch funktioniert die Einbettung des Bären in die reale Umgebung ausgezeichnet. Dank der detailverliebten Animationen kommt der stets höfliche Bär gerade bei Kindern gut an. Der Film erzählt mit vielen Turbulenzen und Verwicklungen, wie Paddington allmählich einen Platz in seiner neuen Familie findet. So lautet die Botschaft des familienfreundlichen Films, dass der Mensch (beziehungsweise Bär) sich überall dort zuhause fühlen kann, wo man ihn akzeptiert, wie er ist.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit seiner Migrationsgeschichte lässt sich "Paddington" auch als Parabel auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik verstehen. Vor diesem Hintergrund kann die Frage behandelt werden, auf welchem Weg Paddington zu einem vollwertigen Mitglied der Familie wird. Worin bestehen die kulturellen Differenzen – und wo liegen die Schwierigkeiten bei seiner Integration? Hier spielt die Vermenschlichung des Bären eine wichtige Rolle, der nicht nur sprechen kann, sondern auch Hut und Dufflecoat (very british!) trägt. Aufschlussreich ist zudem ein Vergleich mit den literarischen Vorlagen und Bilderbüchern sowie mit anderen Filmen, die Realszenen und Animationen ähnlich organisch verbinden - zum Beispiel "Pettersson und Findus. Kleiner Quälgeist – große Freundschaft".

Deutsch lernen mit Filmen:
Hinweise zum Einsatz des Films mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen
Auch Paddington ist ein Geflüchteter: Nachdem ein Erdbeben den Lebensraum im peruanischen Regenwald zerstört hat, wird der kleine Bär nach London geschickt, um dort eventuell ein besseres Leben bei einem Forscher zu finden, den die Bären seinerzeit im Regenwald kennengelernt hatten. Unsicher und ziellos landet der Bär schließlich am Bahnhof Paddington, wo ihn Familie Brown antrifft und kurzerhand für eine erste Nacht aufnimmt. Aus dem Kontakt entstehen Verbindungen, aus den Verbindungen Verantwortung und aus den Fremden werden Freunde. Der Film ist unterhaltsam und temporeich und bietet – ohne dabei ältere Schüler/innen zu unterfordern – für die  jüngsten Schüler/innen eine leichte Verständnisebene.  

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