Meine teuflisch gute Freundin

Deutschland 2018
Regie:
Laufzeit:
99 Minuten
Genre:
Literaturverfilmung, Komödie, Jugendfilm, Fantasy
FSK:
ab 6 Jahre
Schulunterricht / Altersempfehlung:
7. - 13. Klasse | ab 12 Jahre
Themen:
Gut und Böse, Elternkonflikte, Außenseiter, (Cyber-)Mobbing, Freundschaft, erste Liebe, Identität, Selbstvertrauen, Schein und Sein, Verantwortung
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Lebenskunde/Ethik, Religion, Philosophie, Kunst

Beschreibung

Inhalt
„Haben wir die Welt wieder ein bisschen böser gemacht?“, wird Lilith regelmäßig von ihrem Vater gefragt, denn der ist der Teufel höchstpersönlich. Seine Tochter ist eine hervorragende Schülerin, doch böse sein darf sie vorerst nur im Internet. Lilith hat schon eine Weile die Nase voll von Cybermobbing, sie will raus aus der Hölle und unter Menschen, um dort Unheil anzurichten. Obwohl er Lilith für zu jung hält, willigt der Vater in einen Deal ein: Wenn sie es innerhalb einer Woche schafft, einen von ihm ausgewählten guten Menschen zum Bösen zu verführen, darf sie bleiben und ihre Arbeit als Teufelin aufnehmen. Sonst geht es umgehend zurück in den eintönigen Alltag der Hölle – für immer! Weil der Teufel nun mal böse ist, gibt er ihr eine eigentlich unlösbare Aufgabe: Greta und ihre Familie, in die Lilith als Gastschülerin aufgenommen wird, sind wahrscheinlich die nettesten Menschen der Welt, ohne den geringsten Funken Boshaftigkeit. Und so laufen die Dinge nicht ganz nach Liliths Plan.

Umsetzung
Regisseur Marco Petry ist eine originelle, temporeiche Teenie-Komödie gelungen, die zu keinem Zeitpunkt langweilt und die bei aller Komik (und Fantastik) Jugendliche in der Pubertät und ihre Konflikte ernst nimmt. Auch wenn in „Meine teuflisch gute Freundin“ teilweise durch Klischees vereinfacht wird, z.B. bei der Zeichnung von Gretas grundguter Öko-Familie, so sind die wichtigen Figuren facettenreich angelegt und vermögen zu überraschen, etwa wenn bei Mädchenschwarm und Schulmacho Carlo nach und nach ganz andere Seiten sichtbar werden. Die jungen Hauptdarsteller*innen sind allesamt hervorragend in ihrem Spiel, ebenso ist ihre Sprache authentisch und wirkt keinesfalls jugendlich-aufgesetzt.

Anknüpfungspunkte für die pädadagogische Arbeit
Typische Konflikte mit den Eltern beim Erwachsenwerden, dazugehören wollen vs. freiwilliger Außenseiter sein, Verliebtheit, hinter die Oberfläche/das Äußere eines Menschen schauen, Legitimation von (Not-)Lügen – der Film bietet zahlreiche Themen für Unterrichtsgespräche mit Jugendlichen über das, was sie bewegt. Auch Gewalt als Mittel für Auseinandersetzungen lässt sich aufgreifen, schließlich nutzt Lilith ihre übermenschlichen Kräfte, um den Schulmobbern ordentlich einzuheizen. Zur Vertiefung bietet sich eine Betrachtung darüber an, was Menschen „böse“ macht. Um die Abmachung mit ihrem Vater zu erfüllen, darf Lilith keine Magie anwenden, sie muss die Menschen dazu bringen, aus eigener Entscheidung böse zu sein. Unter welchen Bedingungen sind Menschen wirklich frei einer Entscheidung, gut oder böse zu sein? Welche Perspektivwechsel können zu unterschiedlichen Einschätzungen führen, ob ein Handeln gut oder böse ist? Filmisch lohnt die Betrachtung von Kostüm und Maske. Wie wird Lilith durch äußere Merkmale als „teuflisch“ charakterisiert?

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