Mein Freund, die Giraffe

Niederlande, Belgien, Deutschland 2017
Regie: Barbara Bredero
Laufzeit:
74 Min
Genre:
Kinderfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
1. - 4. Klasse, Vorschule | 5 bis 9 Jahre
Themen:
Freundschaft, Tiere, Schule, Kindheit/Kinder, Familie, Fantasie, Filmsprache, Musik
Unterrichtsfächer:
vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachunterricht, Ethik/Lebenskunde, Religion, Musik, Medienkunde

Beschreibung

Inhalt
Dominik lebt mit seinen herzlichen Eltern und dem tierlieben Opa in einer idyllischen Wohnsiedlung. Sein bester Freund ist die sprechende Giraffe Raf aus dem Zoo nebenan, die am selben Tag wie er geboren wurde. Am liebsten verbringt der Junge seine Tage mit Raf, um etwa den langen Hals der Giraffe herunter zu rutschen. Nach seinem vierten Geburtstag freut sich Dominik auf die Einschulung in die Vorschule und glaubt fest daran, mit Raf in einer Klasse zu landen. Am ersten Schultag muss er jedoch feststellen, dass Giraffen nicht zur Schule gehen. Also sucht der Dominik eine Möglichkeit, seine Freundschaft zu Raf und den Unterricht miteinander zu verbinden. Eine weitere Sorge kommt hinzu, als Dominik im Mitschüler Yous einen menschlichen Freund findet und Raf sich vernachlässigt fühlt.

Umsetzung
Das Kinderlied und Gedicht „Dikkertje Dap“ (so der Originaltitel des Films) der Niederländerin Annie M.G. Schmidt läuft nicht nur als Abspannmusik, sondern diente auch als Inspiration für den Kinderfilm von Barbara Bredero. Die freie Adaption entwickelt aus dem Liedtext eine sanfte Geschichte über die Verlustängste eines Jungen, die mit Humor, bunter Farbgebung und beschwingter Trompetenmusik gefällt. Vom liebenswerten Comic-Vorspann an kommt der zielgruppengerecht erzählte Film ohne Längen aus, was auch am hinreißenden Spiel des Kinderdarstellers Liam de Vries und seinen oft ausgelassenen Interaktionen mit Raf liegt. Die Giraffe wurde als animatronisches Modell umgesetzt, was im Zeitalter computergenerierter Effekte herrlich nostalgisch anmutet. Ein amüsanter Nebenplot behandelt die durch ein Missverständnis verkomplizierte Romanze zwischen Dominiks Großvater und der Lehrerin des Jungen.

Anknüpfungspunkte für die pädadagogische Arbeit
Mit den Kindern kann besprochen werden, welche Erwartungen Dominik an den Schulunterricht knüpft und inwiefern die Einschulung seine Freundschaft zu Raf verändert. Ist eine Freundschaft in Gefahr, wenn ein neuer Freund dazukommt? Wie versucht Dominik, trotzdem Zeit mit Raf zu verbringen und welche Rolle spielt seine Familie dabei? Dabei sollte thematisiert werden, dass die Einschulung in den Niederlanden im Regelfall bereits im Alter von vier Jahren stattfindet. Medienkundliche Anknüpfungspunkte bietet die klare Bildgestaltung: Am ersten Schultag vermitteln der erhöhte Schnittrhythmus, Kameraschwenks und subjektive Perspektiven auf Dominiks Augenhöhe den schulischen Trubel. Eine Besprechung dieser Sequenz kann schon junge Schüler*innen für die Wirkung filmischer Kameraarbeit sensibilisieren. Auffällig ist auch das verspielte Tondesign, wenn etwa das Zwinkern der Figuren vertont wird. Die asynchronen, teils komplett fehlenden Lippenbewegungen der sprechenden Giraffe suggerieren, dass Raf womöglich nur in Dominiks Fantasie spricht. Zudem liefern die vielen Aufnahmen anderer Zootiere Anschauungsmaterial für die sachkundliche Bildung.

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