Mein Blind Date mit dem Leben

Deutschland 2017
Regie: Marc Rothemund
Laufzeit:
111 Min
Genre:
Komödie
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
13 bis 18 Jahre
Themen:
Ausbildung, Berufswahl, Behinderung, Diskriminierung, Familie, Freundschaft, Idealismus, Identität, Konfliktbewältigung, Liebe, Selbstakzeptanz, Vertrauen
Unterrichtsfächer:
Arbeitslehre/WAT, Deutsch, Sozialkunde, Wirtschaft, Kunst, Ethik, Psychologie, Hauswirtschaft

Beschreibung

Inhalt
Für Saliya steht fest: Nach der Schule will er Karriere in einem Luxus-Hotel machen. Doch kurz vor dem Abitur scheint sein Traum zu zerplatzen. Er leidet an einer Augenkrankheit, die sein Sehvermögen in kurzer Zeit auf 5% beschränkt, Abitur und Ausbildung stehen da erst einmal in den Sternen. Aber Sali lässt sich nicht unterkriegen und schafft das Abitur. Als er danach bei zahlreichen Hotels abgelehnt wird, beschließt er, seine Sehbehinderung von nun an zu verschweigen. Mit dem nötigen Ehrgeiz und seiner ungebremsten Begeisterung für das Hotelfach bewirbt er sich im 5-Sterne-Hotel „Bayerischer Hof“ in München – und wird genommen! Von da an gilt es, Treppenstufen und Schritte zu zählen, Handgriffe zu üben, bis er sie blind beherrscht und vor allem: nicht aufzufliegen. Mit der Hilfe seines Verbündeten und Freundes Max absolviert er alle Etappen der Ausbildung. Doch fast am Ziel angekommen, drohen sich Saliyas Hoffnungen noch einmal zu zerschlagen, auch, weil er sich manchmal selbst im Weg steht bei der Verwirklichung aller seiner Ziele. Und als seine Liebe Laura erfährt, dass er auch ihr verschwiegen hat, dass er so gut wie blind ist, lässt sie ihn sitzen. Aber Saliya gibt nicht auf.

Umsetzung
Regisseur Marc Rothemund erzählt in "Mein Blind Date mit dem Leben" die Geschichte von Saliya Kahawatte, der als 15jähriger große Teile seines Sehvermögens verloren und seine Erfahrungen 2009 in einem Buch veröffentlicht hat. Mit humorvollen Dialogen, einem ebenso sympathischen wie kämpferischen Protagonisten und einer Buddy-Figur an der Seite, gelingt es dem Film, Themen wie Behinderung und Diskriminierung ohne schwerfälligen Unterton auf die Leinwand zu bringen. Um die Zuschauerinnen und Zuschauer in Saliyas Welt des Sehens eintauchen zu lassen, wechselt der Film vor der luxuriösen Kulisse des großen Hotels immer wieder in die subjektive Kamera und zeigt, einzelne Szenen – angelehnt an das Sehvermögens der Hauptfigur – diffus verschwommen. Am Ende entlässt der Film das Publikum mit der Botschaft, dass man sich, um ein freier Mensch zu sein, so annehmen muss, wie man ist – mitsamt seinen Macken, Schwierigkeiten.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die Komödie lässt sich in verschiedenen Formen in die filmpädagogische Arbeit einbinden. Einerseits öffnet der Film – gerahmt durch eine humorvolle und lustige Buddy-Geschichte – die Auseinandersetzung mit Behinderungen und der damit verbundenen Diskriminierung und Benachteiligung, die in unserer Gesellschaft an vielen Stellen unzureichend thematisiert werden. Die Schwierigkeiten, denen sich die Hautfigur zu stellen hat, werden durch die Geschichte ein Stück weit erfahrbar gemacht und erleichtern den Gesprächseinstieg. Andererseits bietet der Film eine Plattform, um über Träume, Pläne, Hoffnungen und den Mut zu sprechen, den man dafür immer wieder aufbringen muss. Die Legitimation von Notlügen kann in diesem Zusammenhang ebenso diskutiert werden wie die Schwierigkeit, für seine Träume zu kämpfen, ohne sich dabei aufzugeben oder selbst zu schaden. In einer stärker filmästhetischen Auseinandersetzung bietet der Film darüber hinaus die Möglichkeit, das Medium Film auf seine audio-visuellen Eigenschaften hin, verschiedene Sinneswelten erfahrbar zu machen, zu untersuchen.

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Trailer