Kriegerin

Deutschland 2011
Regie: David Wnendt
Laufzeit:
105 Minuten
Genre:
Drama
FSK:
12
Schulunterricht / Altersempfehlung:
9. - 13. Klasse | ab 14 Jahren
Themen:
Rechtsextremismus, Gewalt, Ausländer, Jugend, Menschenrechte/würde, Migration, Neonazis, Rassismus, Rollenbilder, Toleranz, Zivilcourage
Unterrichtsfächer:
Sozialkunde, Deutsch, Politik, Geschichte, Musik

Beschreibung

Inhalt
Die 20-jährige Marisa aus einer ostdeutschen Kleinstadt rennt wie eine Rasierklinge durchs Leben. Wenn ihr jemand dumm kommt, schlägt sie zu, selbst wenn das die eigenen Leute aus der Jugendclique sind, die sich der rechtsextremen Szene zugehörig fühlen. Der Respekt, den sich Marisa dadurch verschafft hat, wird allerdings durch Svenja bedroht. Die ist erst 15, stammt aus gutbürgerlichem Haus und ist von der Neonaziszene fasziniert. Ihren Hass auf die „Gesellschaft“, die auch ihren Freund hinter Gitter gebracht hat, lässt Marisa vor allem an Ausländern aus. Als sie Jamil und Rasul, zwei junge Asylbewerber auf dem Moped nach einem Streit absichtlich mit dem Auto rammt, löst sie eine Kette von Ereignissen aus, die ihr Weltbild ins Wanken geraten lassen und von ihr einen hohen Preis fordern.
 
Umsetzung
Autor und Regisseur David Wnendt hat für seinen ersten Langspielfilm, der als Abschlussarbeit an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ entstanden ist, ausführlich recherchiert und mit Alina Levshin auch eine starke Hauptdarstellerin gefunden, der man die Rolle und ihren Gesinnungswandel abnimmt. In der fiktionalen Dramatisierung wirken die recherchierten Fakten teilweise schon wieder klischeehaft und unfreiwillig komisch. Dennoch ist Kriegerin ein mutiger Film, der ohne pädagogisch wirkenden Zeigefinger auf der Gefühlsebene ansetzt, insbesondere auch mit seiner eigens für den Film komponierten Neonazi-Musik. Dabei konzentriert er sich nicht allein auf die rechte Jugendszene, sondern zeigt, dass rechte Tendenzen längst in alle Gesellschaftsschichten vorgedrungen sind.
 
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film wird provozieren und genau das möchte er auch. Gerade weil er Ecken und Kanten hat, etwa die rechtsextreme Szene in Westdeutschland so gut wie ausklammert und in der zu gut produzierten Musik fast schon zum Mitfeiern einlädt, regt er zur Auseinandersetzung an. Er liefert damit wichtige Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit, die durch Aufklärung und Information allein nicht zu leisten ist. Er wirft ein Licht auf wichtige Ursachen der Entstehung von Fremdenhass und Rechtsextremismus, spart auch die Faszinationskraft nicht aus, die dieser auf viele Menschen ausübt. Zugleich wird deutlich, dass diese geschlossenen Weltbilder vor allem auf Selbstbetrug beruhen und wie schwer es ist, sich aus dieser Szene ohne fremde Hilfe wieder zu lösen.  

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