Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Deutschland 2018
Regie: Dennis Gansel
Laufzeit:
105 Minuten
Genre:
Literaturverfilmung, Fantasy, Kinderfilm, Abenteuerfilm
FSK:
ohne Angabe
Schulunterricht / Altersempfehlung:
1. - 6. Klasse | 6 bis 11 Jahre
Themen:
Anderssein, Außenseiter, Mobbing, Vielfalt, Zusammenhalt, Schein und Sein, Kommunikation, Ähnlichkeit/Verschiedenheit, Fremde, Ernährung, Ekel, Nachhaltigkeit, interkulturelle Erziehung, Filmrezeption, Gefühle, Inszenierung und Gefühle, Lesen, Rechtschreibung, Schriftsysteme, Filmentstehung, Zeichnen, Mut, Fremdheit, Medien, Politik der Angst, Zusammenhalt, Freundschaft, Kindheit, Greenbox, Animation, Kulissenbau, Naturphänomene, Echo, Fata Morgana, Schnee, Vulkane, Faktencheck
Unterrichtsfächer:
vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, HSU, Lebenskunde/Ethik, Religion, Kunst

Beschreibung

Inhalt
"Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, hieß Lummerland und war nur sehr klein." Mit diesem Originalzitat aus dem Kinderbuchklassiker der 60er Jahre beginnt auch die Geschichte im Film. Lummerland ist mit ein paar Häusern, einer Bahnstation und einem Schloss bereits ziemlich voll, als der Briefträger ein Paket mit einem Baby drin bringt: Jim Knopf. Dieser wächst zu einem Teenager heran und da befindet der verwirrt regierende König Alfons, Lummerland leide unter Überbevölkerung. Emma, die Lokomotive, die von Lukas und Jim mit großer Leidenschaft unermüdlich um die Insel gejagt wird, müsse das Land verlassen, um auf einem Schrottplatz ihren Ruhestand zu genießen. Falls dies nicht möglich sei, müsse Jim weggeschickt werden. Lukas und Jim fliehen vor diesem Dilemma. Bei Nacht stechen sie heimlich mit Emma in See und erleben eine ebenso spannende wie fantastische Reise. Sie stranden in dem überaus seltsamen Land Mandala, finden eine Flaschenpost der mandalanischen Prinzessin Li Si, die just von derselben Bande entführt wurde, die auch Jim Knopf verschickte: Die Wilde 13. Sie machen sich auf, die Prinzessin aus der Drachenstadt zu befreien, wo sie offenbar gefangen gehalten wird. Der Weg dorthin ist nicht einfach: Echos lassen Täler einstürzen, Wüstenspiegelungen führen die Freunde in die Irre, sie freunden sich mit dem einsamen Scheinriesen Tur Tur an, ein Geistesblitz Jims rettet sie aus dem eiskalten, stockfinsteren Mund des Todes, im Land der Vulkane erhalten sie Hilfe vom Halbdrachen Nepomuk. Mit der als Drache verkleideten Emma gelangen sie in die nur für reinrassige Drachen zugängliche Stadt und befreien Kinder aus aller Welt aus den Klauen ihrer bösartigen Drachenlehrerin Frau Mahlzahn. Diese im Schlepptau flüchten sie aus der Stadt und kommen nach Mandala zurück, wo die Freude groß ist. Frau Mahlzahn verrät nun zudem ein Geheimnis: Jeder Drache, der besiegt wird, ohne dabei getötet zu werden, macht eine charakterlicher Wandlung durch - hin zu wohlwollender Weisheit. Sie verrät Lukas und Jim, wie sie mit einer schwimmenden Insel Lummerland um Neu-Lummerland bereichern können, so dass alle - inklusive der mit Jim Knopf verlobten Li Si - jetzt dort Platz haben. Wo allerdings "Die Wilde 13" Jim Knopf als Baby geschnappt hat, das ist eine andere Geschichte.

Unterschiede zum Buch
Im Buch wird mehrmals die dunkle Hautfarbe Jim Knopfs thematisiert. Gleich zu Beginn wird er in einer Figurenrede als "kleiner Neger" bezeichnet, allerdings mit keiner abwertenden Intention. Auch Jims besondere Beziehung zu Lukas dem Lokomotivführer erklärt sich dadurch, dass Lukas meist ein schwarz verrußtes Gesicht hat sowie einen Creolenring im Ohr trägt. Der Literaturkritiker Ulrich Greiner sprach einmal von einer Freundschaft zwischen einem richtigen und einem Karnevalsneger. Nach einer längeren öffentlichen Debatte, ob der rassistische Begriff Neger aus dem Text gestrichen werden muss, entschied sich der Verlag schließlich für eine werkstreue Jubiläumsausgabe (2009), die den Begriff Neger enthält. Ein Vergleich zwischen der Buchvorlage und dem Film bietet sich wegen dieser Problematik für die Grundschule nicht an.
Der Film umschifft diese Schwierigkeiten geschickt. Jim Knopf wird von einem dunkelhäutigen Schauspieler gespielt, seine Hautfarbe jedoch nicht thematisiert. Auch hat Jim - im Gegensatz zur Buchvorlage - keine Leseschwierigkeiten. Die Geschichte wirkt dadurch frisch und aktuell. Auch Schüler*innen, die Action und furiose Animationen gewohnt sind, kommen auf ihre Kosten. Bis auf die Geschlechtsrollenverteilung - keine weibliche Figur treibt aktiv das Geschehen voran - ist das Alter der Vorlage nicht zu spüren.
Hinweis für jüngere Klassen: Der Film setzt mit einer kurzen, aber recht gruseligen Szene bei der Wilden 13 ein. Der Rest des Films ist weit weniger dramatisch. Es könnte sinnvoll sein, die Schüler*innen vorzubereiten.

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