Heidi

Deutschland, Schweiz 2014
Regie: Alain Gsponer
Laufzeit:
111 Minuten
Genre:
Literaturverfilmung
FSK:
0
Schulunterricht / Altersempfehlung:
2. - 6. Klasse | ab 7 Jahren
Themen:
Heimat, Erziehung, Heimweh,  Rebellion, Freundschaft, Behinderung,  Land-Stadt-Konflikt, Kindheit, Mädchen, Literaturverfilmung
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Sachkunde, Erdkunde, Religion, Ethik

Beschreibung

Inhalt
Das 9-jährige Waisenmädchen Heidi will auf keinen Fall ins Waisenhaus abgeschoben werden. Dafür nimmt die Frohnatur sogar die Gesellschaft ihres grantigen Großvaters in Kauf, den alle im Dorf nur Alm-Öhi nennen. Der Einsiedler will die unerwünschte Enkelin zunächst schnellstmöglich dem Dorfpfarrer überantworten. Mit ihrer natürlichen und offenen Art erweicht Heidi jedoch das Herz des Alten und knüpft zudem eine Freundschaft mit dem gleichaltrigen Geißenpeter, der den Frust über den Rohrstock des Lehrers schon mal an seinen Ziegen auslässt. Doch dann vermittelt Heidis Tante Dete das Waisenkind an die wohlhabende Familie Sesemann aus Frankfurt, die eine Spielgefährtin für die gehbehinderte Klara sucht. Die stickige Großstadt und die strenge großbürgerliche Etikette erdrücken Heidi, deren Sehnsucht nach der Alm sich bald sogar in einer Krankheit manifestiert.

Umsetzung
Es ist nicht übertrieben, „Heidi“ als ein nationales Kulturgut der Schweiz zu bezeichnen. Die Romane „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ (1879) und „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“ (1880) der Autorin Johanna Spyri wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und erfuhren eine rege weltweite Rezeption. Der schweizerisch-deutsche Regisseur Alain Gsponer widmet dem bereits mehrfach adaptierten Stoff nun eine weitere, sorgsam ausgestattete Realverfilmung. Anders als manch andere „Heidi“-Adaption durchsetzt Gsponer die Romantisierung des Berglebens mit einer Prise Sozialrealismus, die das karge Leben der Almbewohner um 1900 bebildert. Im deutlichen Kontrast zur Landbevölkerung steht das Großbürgertum aus Frankfurt, das den Stadt-Land-Konflikt der Geschichte auch im Unterschied zwischen Arm und Reich verortet. Ein Pluspunkt der Neuverfilmung ist die bis in die Nebenrollen starke Besetzung mit Anuk Steffen als Heidi, Bruno Ganz als Alm-Öhi oder Katharina Schüttler als strenge Gouvernante Fräulein Rottenmeier.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Zunächst bietet die neue Verfilmung einen Vergleich mit den Romanvorlagen und weiteren Adaptionen des Stoffs an. Eine vergleichende Betrachtung kann auch eine intermediale Perspektive einnehmen, da „Heidi“ nicht nur als Stumm-, Schwarzweiß- und Farbfilm adaptiert wurde, sondern auch im Serienformat, als Comic, Hörspiel und Musical. Eine Filmanalyse kann die Mittel herausarbeiten, mit denen der Film das Land und die Stadt als Gegensatzpaar inszeniert. Auf der Alm dominiert die mit Freiheit assoziierte Weite des Blicks, während das Stadtleben in engen Gassen und hinter verschlossenen Fenstern stattfindet. So ist es nicht verwunderlich, dass Heidi bald ein starkes Heimweh entwickelt. Anhand des Schicksals des Waisenmädchens können die Schüler/innen auch von eigenen Erfahrungen berichten, wenn sie sich zum Beispiel nach einem Schulwechsel oder Umzug in der neuen Umgebung fremd gefühlt haben. Auch als Leseanfängerin bietet sich Heidi als Identifikationsfigur an. So kann mit den Kindern über ihr Lieblingsbuch gesprochen werden und darüber, welche Bedeutung das Lesen und Schreiben in ihrem Leben hat.

Deutsch lernen mit Filmen:
Hinweise zum Einsatz des Films mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen
Die Geschichte des Waisenmädchens Heidi, welches mit zwei sehr unterschiedlichen Lebenswelten – erst der abgeschiedenen Alm, dann der großbürgerlichen Stadtwohnung – konfrontiert wird und schließlich eine wichtige Entscheidung trifft, bietet viele Anknüpfungspunkte für Kinder, die sich an neuen und ungewohnten Orten zurechtfinden müssen. Zudem ist der Film aufgrund seiner eindrucksvollen Bildsprache und sparsam gesetzten Dialoge gut verständlich und bietet Anlass für Gespräche über eine Reihe von Themen, etwa Familie, Freundschaft, Stadt und Land sowie Heimat und Heimweh.

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Trailer

Preise und Auszeichnungen

  • 2016 Bayerischer Filmpreis – Bester Kinder-/Jugendfilm
  • 2016 Deutscher Filmpreis / Bundesfilmpreis – Bester Kinderfilm
  • 2016 Nominiert für Deutscher Filmpreis / Bundesfilmpreis – Bestes Kostümbild
  • 2016 Nominiert für Schweizer Filmpreis – Beste Darsteller (Bruno Ganz)
  • 2016 Nominiert für Schweizer Filmpreis – Bester Schnitt
  • 2016 Nominiert für Schweizer Filmpreis – Beste Musik (Niki Reiser)