Die Verlegerin

USA 2017
Regie: Steven Spielberg
Laufzeit:
117 Min
Genre:
Drama, Historienfilm, Politthriller
FSK:
ab 6 Jahre
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 10. Klasse | ab 15 Jahre
Themen:
Presse- und Meinungsfreiheit, Demokratie und Bürgerrechte, Gewaltenteilung, amerikanische Geschichte, Vietnamkrieg, Pentagon Papers, Whistleblower, Zivilcourage, Verantwortung, Macht, Moral, Werte und Prinzipien
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Englisch, Politik, Geschichte, Sozialkunde, Wirtschaft, Ethik, Recht, Demokratieerziehung, Medienkompetenz

Beschreibung

Inhalt
Katherine „Kay“ Graham steht seit dem Tod ihres Mannes an der Spitze des kriselnden Verlags der Washington Post. Die Verlegerin kämpft gerade um das ökonomische Überleben ihres Familienunternehmens, als sie eine Entscheidung treffen muss. Ein Whistleblower spielt ihrem Chefredakteur Ben Bradlee streng geheime Regierungsdokumente zu. Die sogenannten Pentagon Papers dokumentieren, dass die US-amerikanische Regierung die Öffentlichkeit jahrelang bezüglich der Beteiligung der USA am Vietnamkrieg belogen hat. Sollen die Dokumente für die amerikanische Bevölkerung veröffentlicht werden? Zensur und massive Drohungen des Staatsapparates setzen die Medien enorm unter Druck, doch als alles auf dem Spiel steht, nehmen die Verlegerin, ihr Chefredakteur und seine Reporter den nervenzerreißenden Kampf auf: gegen die Regierung und für die Pressefreiheit!

Umsetzung
Der Stoff um das erste prominente Leak der US-amerikanischen Geschichte ist als zeitloser, spannungsgeladener Polit-Thriller inszeniert. Die historischen Ereignisse erhalten filmisch eine erstaunliche Dynamik und eine zeitlose Aktualität. Dabei wird auch eine Emanzipationsgeschichte der Post-Chefin erzählt, die sich als Verlegerin gegenüber ihrem männerdominierten Umfeld behauptet und mutig entscheidet. Kraftvoll und emotional mitreißend erzählt Steven Spielberg von einer Zeit des Umbruchs, dramatisch verstärkt von John Williams orchestralem Score. Meryl Streep und Tom Hanks spielen das ungleiche Paar in einer fruchtbaren Arbeitsbeziehung äußerst glaubwürdig und intensiv. Janusz Kaminskis Bilder geben Einblick in das Zeitungswesen, die Kinozuschauer*innen sind in Newsroom und Druckerei mit dabei, als einer der größten Politikskandale aufgedeckt wird.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
„Die Verlegerin“ thematisiert Pressefreiheit, Zensur und das Recht auf Information, journalistisches Berufsethos und die Abhängigkeiten der Medien. Der Film bietet damit zahlreiche Anknüpfungspunkte in allen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern und Englisch ab der Jahrgangsstufe 10, der Kinobesuch kann anschaulich zur Vermittlung von Medienkompetenz und zur Demokratieerziehung beitragen. Der Brückenschlag zur Frage nach der aktuellen Situation und der relevanten Funktion einer unabhängigen Presse liegen auf der Hand. „Die Verlegerin“ ist mitreißend erzählte Geschichte, deren Protagonisten menschlich und verantwortungsvoll für die Wahrheit kämpfen und somit Vorbildcharakter haben. Mit ihrem Mut und ihrer Beharrlichkeit bieten Graham und Bradlee Identifikationspotential für Jugendliche, insbesondere Mädchen kann das Filmerlebnis ermutigen und inspirieren, sich in Männerdomänen zu behaupten.

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