Der kleine Prinz (2D)

Frankreich 2015
Regie: Marc Osborne
Laufzeit:
106 Minuten
Genre:
Literaturverfilmung, Abenteuerfilm, Animationsfilm
FSK:
0
Schulunterricht / Altersempfehlung:
4.-12. Klasse | ab 9 Jahren
Themen:
Freundschaft, Werte, Kindheit, Individuum und Gesellschaft, Verantwortung, Trennung, Liebe, Familie, Philosophie, Filmsprache, Generationen, Identität
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Französisch, Ethik, Religion, Philosophie, Kunst, Sachkunde/Lebenskunde, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde

Beschreibung

Inhalt
Ein Mädchen lebt in einer Welt, die von Leistung und Geld regiert wird. Um später zu den Top-Leistungsträgern zu gehören, wird sie von ihrer Mutter für eine Eliteschule gedrillt. Als das Mädchen in den Ferien wie immer am Schreibtisch sitzt und lernt, durchschlägt plötzlich ein Propeller die Wand. Der alte Pilot von nebenan hat sein schrottreifes Flugzeug im Garten gestartet. Er entschuldigt sich mit dem ersten Kapitel der Geschichte vom kleinen Prinzen. Fortan verbringt das Mädchen die Tage heimlich bei ihrem neuen Freund. Sie erkennt durch ihn und seine Geschichte, was im Leben wirklich wichtig ist. Als die Ausflüge zum Nachbarn auffliegen, muss sie zurück an den Schreibtisch. Doch der Pilot kommt ins Krankenhaus und das Mädchen beschließt, ihm zu helfen. Sie begibt sich auf eine abenteuerliche Suche nach dem kleinen Prinzen und wächst über sich hinaus. Es ist nun an ihr, dessen Botschaften weiterzugeben.

Umsetzung
In „Der Kleine Prinz“ wird das weltberühmte Buch von Antoine de Saint-Exupéry auf ungewöhnliche Weise verfilmt. Anstatt es, wie in konventionellen Literaturverfilmungen üblich, möglichst originalgetreu zu adaptieren, werden die zentralen Kapitel des Buchs in eine fiktive Rahmenhandlung eingestreut und weitergesponnen. Die beiden Handlungsstränge grenzen sich visuell klar voneinander ab. Die Gegenwartswelt rund um das Mädchen ist zeitgemäß per Computer und in 3D animiert. Sie wirkt zwar lebensecht, aber völlig durchrationalisiert, geometrisiert und entseelt. Das Universum des kleinen Prinzen ähnelt hingegen den Illustrationen von Saint-Exupéry. Es wurde - quasi als Hommage an das Buch - aus Papier hergestellt und in klassischer Stop-Motion-Technik animiert. Kreative Übergänge, Parallelmontagen oder Reflexionen des Gelesenen in der Rahmenhandlung setzen die beiden Welten miteinander in Verbindung.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Mix zweier Animationsfilmtechniken legt zunächst nahe, sich im Unterricht mit dem Prinzip des Stopptricks zu befassen, auf dem die Funktionsweise des Mediums Films beruht, sowie dessen Weiterentwicklungen bis heute zu betrachten. Welche Technik erzeugt welche Wirkung auf das Kinopublikum? Darüber hinaus bieten die Spiegelungen der Geschichte des kleinen Prinzen in der Welt des Mädchens eine Lesart des Buchs an, die über 70 Jahre nach seinem Erscheinen die Aktualität von Saint-Exupérys Gesellschaftskritik und humanistischer Botschaft für ein junges Kinopublikum greifbar machen. So wie der Prinz vom Fuchs lernt, was Freundschaft und Liebe bedeuten, findet das Mädchen zu sich selbst und im alten Nachbarn einen wahren Freund. Der Film stellt den Wert der Kindheit bzw. die Grundwerte des menschlichen (Zusammen-)Lebens zur Diskussion, und lädt dazu ein, eigene Zukunftsvorstellungen auszuloten.

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Trailer