Der blaue Tiger

Tschechien, Deutschland, Slowakei 2011
Regie: Petr Oukropec
Laufzeit:
90 Minuten
Genre:
Kinderfilm, modernes Märchen
FSK:
0
Schulunterricht / Altersempfehlung:
2.-5. Klasse | ab 7 Jahren
Themen:
zum Wissenschaftsjahr: Kindheit in der Stadt, Stadtentwicklung, Partizipation, Milieuschutz, Natur in der Stadt/Grüne Stadt
Abenteuer, Individuum und Gesellschaft, Werte, Widerstand, Naturerfahrung, Freundschaft, Familie
Unterrichtsfächer:
Sachunterricht, Deutsch, Lebenskunde, Religion, Kunst

Beschreibung

Inhalt
Die neunjährige Johanna lebt inmitten eines Botanischen Gartens. Für sie und ihren besten Freund Mathias ist es ein Paradies, in dem sie sich frei bewegen und ganz ihrer Fantasie hingeben können. Doch eines Tages ist die Idylle in höchster Gefahr: Ein neuer Bürgermeister will die Stadt modernisieren und im Zuge dessen den Garten dem Erdboden gleich machen. Johanna, Mathias und die anderen Bewohner/innen sind verzweifelt. Wie durch ein Wunder taucht da plötzlich ein blauer Tiger auf, der ihnen im Kampf um das Paradies mit magischen Kräften zur Seite steht und den botanischen Garten in einen dichten Dschungel verwandelt.

Umsetzung
In schönster tschechischer Kinderfilm-Tradition erzählt "Der blaue Tiger" ein modernes Großstadtmärchen. Die ausgeprägte Fantasie der 9-jährigen Johanna wird durch witzige, animierte Elemente visualisiert, so dass die Zuschauer/innen an ihrer Vorstellungskraft teilhaben können und der Film insgesamt eine magische, wunderliche Stimmung erhält, was zum Teil durch den Soundtrack und die Tonspur unterstützt wird. Die erwachsenen Charaktere sind überwiegend überspitzt dargestellt. Einzig Johannas Mutter ist differenziert gezeichnet und gibt ihrer Tochter und dem von seinem zerstreuten Botaniker-Vater immer etwas allein gelassenen Mathias sowie der Filmhandlung immer wieder Erdung. So ist "Der blaue Tiger" ein auf angenehme Weise altmodischer Film, der sein Publikum verzaubern und unterhalten möchte und dem das auch ohne schnelle Schnitte oder aufdringliche Musik gelingt. Der wundersame Tiger und der alte Garten veranschaulichen auf kindgerechte Weise die Schutzbedürftigkeit und die Bedeutung einer intakten Natur sowie von authentischen, belebten Räumen in der Stadt. Der Film führt vor, wie wichtig Zusammenhalt und aktive Mitgestaltung sind, um die Stadt zu einem nachhaltig lebenswerten Ort für alle seine Bewohner/innen zu machen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit 
Der Film regt Grundschüler/innen dazu an, über schützenswerte Tiere, Natur und Umwelt, den Lebensraum Großstadt und Stadtplanung nachzudenken und ist deshalb für den Einsatz im Sachkunde- oder naturwissenschaftlichen Unterricht sehr geeignet. Das Thema (modernes) Märchen bietet sich für den Deutschunterricht an. Auch unterschiedliche Erziehungsstile sowie eine sehr autoritäre Schule werden im Film vorgestellt. So kann – auch am Beispiel des Machtanspruchs des geltungssüchtigen Bürgermeisters über den Umgang mit Autoritäten und demokratische vs. autokratische Gesellschaftsstrukturen gesprochen werden. Der Einfluss der Medien ist immer wieder Gegenstand der Handlung, denn eine unermüdliche Fernsehreporterin steht als Mittlerin zwischen Bürgermeister und den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung. Schließlich ist "Der blaue Tiger" durch seine Trick-Elemente sehr gut für den Kunstunterricht geeignet.

Links

Film zum Wissenschaftsjahr 2015: Zukunftsstadt