Das Schicksal ist ein mieser Verräter

USA 2014
Regie: Josh Boone
Laufzeit:
126 Minuten
Genre:
Literaturverfilmung, Drama, Coming-of-Age
FSK:
6
Schulunterricht / Altersempfehlung:
8.-12. Klasse | ab 13 Jahren
Themen:
Krankheit, Tod/Sterben, Identität, Werte, Liebe, Freundschaft, Erwachsenwerden, Familie
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Religion, Ethik, Biologie, Psychologie

Beschreibung

Inhalt
Hazel Grace weiß, dass sie jung sterben wird. Seit ihrer Krebserkrankung kann die 16-Jährige nicht mehr ohne Sauerstoffversorgung leben. Sie fühlt sich wie eine „Zeitbombe“, die alles um sie herum mit sich reißen wird. Deshalb sieht sie es als ihre Pflicht, die Zahl der „Opfer“ klein zu halten. So will sie zunächst nur Freundschaft vom charmanten Augustus, den sie in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennenlernt, obwohl es zwischen den beiden Teenagern offensichtlich funkt. Doch Augustus ist zu klug, witzig, gutaussehend und einfühlsam, um sich nicht ihn in zu verlieben. Er erfüllt Hazel Grace sogar ihren innigsten Wunsch: Gemeinsam reisen sie nach Amsterdam, um den Autor ihres Lieblingsbuchs kennenzulernen. Zwar verläuft die Reise anders als geplant und wird zudem von der Krankheit überschattet, aber die beiden finden endlich als Paar zueinander. In den Tagen, die ihnen danach noch bleiben, machen Hazel Grace und Augustus sich gegenseitig klar, was ihnen wirklich wichtig ist und entreißen der knappen Zeit ein letztes Stück Leben.

Umsetzung
Getreu der Buchvorlage wird auch im Film wie aus dem Leben gegriffen erzählt. Obwohl der Plot viele traurige Szenen erfordert, erhalten alberne und glückliche Momente eine ebenso große Gewichtung. Wie in jedem Coming-of-Age-Film beschäftigen die Protagonisten/innen grundsätzliche Fragen zu Identität und Lebenssinn, hier allerdings intensiviert durch den drohenden Tod. Das Wechselbad der Gefühle verdichtet sich in einer hochemotionalen Handlung, die vorgezeichnet scheint, aber Erwartungen zu untergraben weiß und sich nicht scheut, auf rührige Szenen Galgenhumor oder Zynismus folgen zu lassen. Welch entscheidende Rolle bei der Selbstfindung die Kommunikation mit Freunden und Familien spielt, zeigt sich in zahlreichen Gesprächen und Aussprachen sowie in Briefen, Emails und SMS, die teilweise - wie um ihre Bedeutung zu unterstreichen - im Bild eingeblendet werden. Ergänzt durch Hazel Grace‘ freimütigen Off-Kommentar entwickeln sich die Protagonisten/innen schnell zu vielschichtigen, sympathischen Identifikationsfiguren.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
An Hazel Grace‘ und Augustus‘ Beispiel zeigt sich, wie sich mit einer fatalen Krankheit umgehen lässt. Darüber hinaus weitet ihre Darstellung als lebenslustige Jugendliche mit normalen Wünschen und Bedürfnissen den Blick für einen selbstverständlicheren Umgang mit (sterbens-) kranken Menschen. Während im Biologieunterricht ein Schwerpunkt auf die Entstehung von Krebs und dessen Behandlungsmöglichkeiten gesetzt werden kann, lassen sich anhand von Hazel Grace‘ und Augustus‘ Gedanken und Gesprächen im Ethik oder Religionsunterricht spannende philosophische bzw. religiöse Grundsatzfragen reflektieren. Welchen Sinn hat das Leben generell und im Speziellen angesichts eines baldigen Todes? Was erwarte ich vom Leben? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Im Fach Deutsch bietet sich zudem eine vergleichende Auseinandersetzung mit der Buchvorlage bzw. den Konventionen typischer „Krebsliteratur“ an.

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