The Hate U Give

USA 2018
Regie: George Tillman Jr.
Laufzeit:
133 Min
Genre:
Drama, Literaturverfilmung , Coming-of-Age
FSK:
ab 12 Jahre
Schulunterricht / Altersempfehlung:
ab 9. Klasse | ab 14 Jahre
Themen:
USA, Rassismus, Identität, Bürgerrechte, Literaturverfilmung, Jugend, Coming-of-Age, Kriminalität, Gewalt
Unterrichtsfächer:
Englisch, Deutsch, Politik, Sozialkunde, Ethik

Beschreibung

Inhalt
Im Grunde hat Starr zwei Identitäten: Aus einem schwarzen Problemviertel stammend, gehört sie an der vorwiegend von Weißen besuchten Schule Williamson Prep zur Minderheit. Wie ein Chamäleon hat sie gelernt, weder auf der einen noch der anderen Seite groß aufzufallen. Es reicht, dass ihre Schulkameradinnen sie um ihren weißen Freund Chris beneiden. Diese fragile Position wird erschüttert, als sie erlebt, wie ihr alter Freund Khalil bei einer Polizeikontrolle erschossen wird. Auf der Schule soll am besten niemand davon erfahren, doch selbst ihr schwarzes Umfeld sähe ihre Zeugenaussage nicht gern. Zu vieles im „Ghetto“, das von einer kriminellen Gang beherrscht wird, gehört angeblich nicht in die Öffentlichkeit. Nur ihr Vater, der sich nach einer Haftstrafe eine neue Existenz als Ladenbesitzer aufgebaut hat, bestärkt seine Tochter, sich von niemandem etwas vorschreiben zu lassen.

Umsetzung
Georg Tillmans engagiertes Drama beginnt fast im Stil einer High School-Sitcom. Mit lakonischer Erzählstimme, die in hohem Tempo weite Teile der Buchvorlage wiedergibt, schildert Starr ihr kompliziertes Leben zwischen den Oberschichtkids von Williamson Prep und der eigenen Familie daheim. „Wenn Weiße schwarzen Slang benutzen, gilt das als cool“, sagt sie, „bei mir ist es Ghetto“. In der schwarzen Community hingegen gelte sie schon fast als weiß. Diese absurd-amüsante Situation nimmt mit Khalils Tod eine dramatische Wendung. Von allen Seiten unter Druck, muss Starr ihre Gefühle von Wut, Trauer und Ohnmacht geheim halten. Während ihre privilegierten Mitschüler*innen eine „Black Lives Matter“-Demo abhalten, die den Ernst der Lage eher karikiert, kommt es auf der Straße zu echten Demonstrationen und Ausschreitungen. Mit packenden Bildern und aktuellen Hip-Hop-Beats, die aber als erzählerisches Mittel nicht überstrapaziert werden, schildert der Film eine Gesellschaft am Rande der Explosion.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
„The Hate U Give“ ist benannt nach einem Zitat des 1996 ermordeten Rappers Tupac Shakur („THUG Life“). Wie lässt sich der darin beschriebene Teufelskreis der Gewalt stoppen? Im Politikunterricht können die Schüler*innen die unterschiedlichen Motive der Beteiligten analysieren. Die Mutter sähe durch Starrs Zeugenaussage die aufopferungsvollen Bemühungen der Eltern gefährdet, ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Eine schwarze Bürgerrechtsanwältin hingegen will durch die Verurteilung des beteiligten Polizisten ein wichtiges Zeichen setzen. In diesem Zusammenhang können andere bekannte Fälle von – oftmals nicht geahndeter – Polizeigewalt gegen Afroamerikaner*innen vorgestellt werden. Diskutiert werden kann auch die vorgeblich „farbenblinde“ Toleranz an Starrs Schule, die sich als äußerst brüchig herausstellt. Das von ihr praktizierte „Code-switching“ zwischen den verschiedenen Umgebungen dürfte den Jugendlichen, in zumindest ähnlichen Formen, auch aus dem eigenen Alltag bekannt sein. Im Film spiegelt sich darin der schwierige Umgang mit rassistischen Stereotypen.

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