Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo!

Deutschland 2019
Regie: Neele Leana Vollmar
Laufzeit:
94 Min
Genre:
Literaturverfilmung, Komödie, Kinderfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
3. bis 6. Klasse
Themen:
Freundschaft, Kindheit/Kinder, Mädchen, Familie, Humor, Musik, Identität, Solidarität, Ausgrenzung, Gemeinschaft, Kunst, Abenteuer, Gruppen, Außenseiter, Konflikt, Mut, Idole
Unterrichtsfächer:
Deutsch, Sachkunde, Kunst, Musik, Ethik, Religion

Beschreibung

Inhalt
Die elfjährige Lotta Petermann hat gerade etwas Kummer: Mama Sabine bestellt ständig online unnötiges Zeug im Sonderangebot und stürzt sich in die neue Arbeit im Meditationsstudio von Heiner Krishna, während Papa Rainer, ein grummeliger Lehrer, kaum Zeit für sie hat. Und ihre beiden "Blöd-Brüder" ärgern sie oft. Unterstützung findet Lotta in ihrer besten Freundin Cheyenne. Mit ihr und dem Mitschüler Paul hat Lotta die Bande "Die wilden Kaninchen" gegründet. Sie bilden das Gegenstück zu den "(G)Lämmer-Girls um die arrogante Berenike. Die Rivalitäten eskalieren, als Berenike alle Mitschüler*innen außer Lotta und Cheyenne zu ihrer Party einlädt. Die beiden sind sauer und versuchen alles Mögliche, um doch eine Einladung zu bekommen. Als sie zufällig den berühmten Sänger Marlon kennenlernen und dazu bringen wollen, die Party zu besuchen, bricht ein großer Streit zwischen Lotta und Cheyenne aus.

Umsetzung
Die Drehbuchautorin Bettina Börgerding kombiniert Szenen und Figuren aus den ersten Bänden der Buchreihe mit weiteren Elementen zu einer neuen Story. Neu hinzu kommt die Figur des Marlon, der von dem Popsänger Lukas Rieger verkörpert wird. Der Instagram- und YouTube-Star steuerte vier für den Film geschriebene Songs bei und spielt Marlon mit Mut zur Selbstironie. Die Tagebuchperspektive der Bücher wird im Film durch die Kommentare Lottas, die manchmal auch direkt zum Publikum spricht und damit die sogenannte vierte Wand durchbricht, und die animierten Zeichnungen von Daniela Kohl repräsentiert, die meist an den Rändern des Filmbildes „eingestanzt“ sind und wie in den Büchern das Geschehen kommentieren. Zusätzlich reagiert Lotta gelegentlich auf diese leichtfüßigen Scribbles, die damit zu einem Element der Handlung avancieren. So lässt uns die temporeiche Inszenierung an der Gedankenwelt der unangepassten Protagonistin teilhaben.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Zentrum der in Kapitel gegliederten Narration steht die enge Freundschaft zwischen Lotta und Cheyenne, die teils durch Missverständnisse auf eine harte Probe gestellt wird. Sie bietet Anknüpfungspunkte für eine vertiefte Beschäftigung mit dem Thema Freundschaft: Warum sind Freundschaften gerade für Kinder so wichtig? Und was kann oder muss man tun, um sie auch über Krisen hinweg zu erhalten? Etliche Episoden zeigen die Bemühungen der Freundinnen, ihren Außenseiterstatus zu überwinden. Ausgehend vom universellen Bedürfnis, zur Peer-Group zu gehören, bietet es sich im Unterricht an, die Erlebnisse des Mädchenduos mit eigenen Erfahrungen zu vergleichen. Charakteristisch für Bücher und Film sind die gezeichneten Illustrationen Kohls, die im Film sogar Teil der Handlung werden, wenn Lotta auf sie reagiert. Hier liegt es nahe, in Arbeitsgruppen Parallelen zu anderen Mischformen aus Roman und Comic aufzuspüren und Unterschiede herauszuarbeiten. Die Figur des Marlon, der die Lebenswelt der jungen Generation aufgreift, lädt dazu ein, Phänomene wie Starkult und Fankultur kritisch zu analysieren.

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