Kommissar Gordon & Buffy

Schweden 2017
Regie: Linda Hambäck
Laufzeit:
65 Min
Genre:
Literaturverfilmung, Animationsfilm, Kinderfilm
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Schulunterricht / Altersempfehlung:
1. bis 3. Klasse | 6 bis 8 Jahre
Themen:
Konfliktlösung, Forschergeist, logisches Denken, Empathie, Berufe, Alter, Sozialtraining, Vorurteile, Tiere des Waldes (nur angedeutet: Nahrungskette), Kriminalfilmgenre
Unterrichtsfächer:
Vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, Kunst, Ethik, Religion, Sport

Beschreibung

Inhalt
Ein Eichhörnchen rast aufgeregt durch den verschneiten Wald. Seine Nüsse sind verschwunden, geklaut von „schrecklichen Dieben“ oder waren es „dreckliche Schiebe“? Mit einem wirren Wortschwall reißt es den brillanten, aber auch schon sehr alten Kröten-Kommissar Gordon aus seinem Büroschlaf. Der legt erst mal eine Fallakte an: „Niemand verdächtig. Oder: Alle verdächtig!!“ Während seiner Ermittlungen am Fuße eines Baumes, dem Tatort, wird der Kommissar gänzlich eingeschneit. Eine mittellose Waldmaus, die er zunächst für die Nussdiebin hält, buddelt ihn wieder aus. So lernt sich das charmante Ermittlerteam Gordon & Buffy kennen, das mit viel Witz, Grips und vor allem Freundlichkeit diverse Aufregerfälle des Waldes aufklärt. Dabei lernt der alte Gordon: Die als Outlaw des Waldes viel gefürchtete Füchsin ist nicht an allen Missetaten schuld. Im Film rettet sie zwei Nagetier-Kinder, die ihr eine Grube graben. Die Moral erklärt Buffy: Die Füchsin sei – wie wir alle – ein bisschen gefährlich und ein bisschen freundlich.

Umsetzung
Der 2D-Animationsfilm basiert auf der Kommissar-Gordon-Buchreihe von Ulf Nilsson und besticht wie diese durch liebevolle Zeichnungen, feinen Humor und einnehmende Charaktere. Die Filmmusik ist mitreißend, die Animation reduziert: Nur die Figuren bewegen sich – durch statische Kulissen. Unterstützt durch Schärfe-/Unschärfeeinstellungen der Kamera entsteht so ein eigentümlich haptischer Diorama-Effekt mit Sogwirkung. Das ist ein gelungener Kniff, denn auf der Metaebene steht das Diorama für das Modellhafte der gezeigten Konfliktlösungen, auf einer praktischen Ebene greift es einfach die typische Situation kindlicher Spiele auf. Einzig der Plot birgt kleinere Schwachpunkte: Die Geschichte ist zwar spannend und unterhaltsam in Szene gesetzt, zerfällt aber in zwei Hauptfälle, einige Details aus der Buchvorlage sind rätselhaft verkürzt. Beides kann dazu führen, dass Kinder die Fälle durcheinanderbringen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Gordon & Buffy sind zwar Polizisten, agieren aber – zum großen Teil – wie Mediatoren: Erst mal die aufgeregten Leute beruhigen. Dann Fakten prüfen: Was genau ist passiert? Danach: Wie geht es den Beteiligten? Schließlich: Gibt es Lösungen, die für alle funktionieren? Nach diesem System werden an vielen Grundschulen Kinder zu Streitschlichtern ausgebildet. Gut, wenn schon die Jüngsten – etwa durch die Behandlung des Films im Unterricht – die Methode kennenlernen. Davon ausgehend lassen sich die Kernfragen des Zusammenlebens (im Klassenverband) bearbeiten: Wie regeln wir Konflikte? Für wen gilt das Gesetz? Was passiert mit denen, die sich nicht dran halten? Vielschichtig in den Film eingewoben ist das Thema „Angst“ und „Vorurteile“: Manche haben zu viel Angst, andere zu wenig. Wie viel ist richtig? Zudem können Elemente des Krimigenres erarbeitet werden. Gut vorstellbar ist auch, mit den Kindern Dioramen zu basteln und zentrale Szenen nachzuspielen.

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