Grußworte

zur 11. SchulKinoWoche Bayern 2018

Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Nach zehn Jahren, in denen die SchulKinoWoche kontinuierlich an Bedeutung in der bayerischen Schul- und Medienlandschaft gewonnen hat, können wir stolz auf diese erfolgreiche Zeit zurückblicken. Gleichzeitig verstehen wir sie als Ansporn, die Filmbildung in einer Welt zunehmender Digitalisierung noch stärker in den Fokus schulischer Bildung zu rücken. Digitale Medien sind heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, Filme sind dabei allgegenwärtig. Die reflektierte Auseinandersetzung mit modernen Medien wird in einer Zeit, in der die Lebensrealität vor allem junger Menschen verstärkt durch Bilder und Filmclips in sozialen Medien beeinflusst wird, immer wichtiger.

Es gilt, das Bewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler zu schärfen, sie für die Wirkung des bewegten Bildes zu sensibilisieren und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Inhalten anzuleiten. Längst sind sie nicht mehr nur Konsumenten und Rezipienten, sondern sind zu Produzenten ihrer eigenen Bilder-Welt geworden. Denn digitale Medien ermöglichen es heute jedem ohne viel Aufwand und mit geringen Vorkenntnissen, selbst Bilder und Filme zu erstellen, zu bearbeiten und einem großen Publikum weltweit zu präsentieren. Insbesondere Bildbotschaften im Internet prägen das Weltbild vieler Kinder und Jugendlicher maßgeblich. Filmbildung muss unsere Schülerinnen und Schüler deshalb dazu befähigen, Bilder auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Denn wo Bilder und Filme nur konsumiert und nicht reflektiert werden, besteht die Gefahr, ihre Aussagen einfach zu übernehmen und ein eindimensionales und verzerrtes Bild auf die Welt zu entwickeln. Hier leistet die SchulKinoWoche einen wichtigen Beitrag, da sie vielfältige Anregungen zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Medium Film, seiner Machart, seinen Inhalten und Wirkungsweisen bietet. Eine große Rolle spielt dabei die lehrplanrelevante Auswahl der Filme, die durch die behandelten Themen eine andere, oftmals neue Sicht auf die Welt eröffnet, zur Reflexion der eigenen Einstellung auffordert und mögliche Handlungsalternativen aufzeigt. Vertieft wird das medienpädagogische Angebot durch moderierte KinoSeminare mit Filmschaffenden und Experten, Fortbildungen für Lehrkräfte und ein breites Spektrum didaktischer Unterrichtsmaterialien zur Filmauswahl.

Die SchulKinoWoche bietet spannende und abwechslungsreiche Stunden im „Klassenzimmer Kino“, etabliert dieses als kulturellen Lernort und fördert zugleich die Film- und Medienkompetenz. Vom 16. bis 20. Juli öffnen erneut 125 Filmtheater in 116 Städten bayernweit ihre Kinosäle und widmen sich diesem Bildungsauftrag mit großem Engagement. Allen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften wünsche ich eine erkenntnisreiche SchulKinoWoche 2018 voller interessanter Filmerlebnisse, die lange nachwirken werden!


München, im März 2018



Bernd Sibler
Bayerischer Staatsminister
für Unterricht und Kultus

Vision Kino – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,


das Kino ist zweifellos der magischste Ort der Bildungslandschaft. Wenn der Projektor die ersten Lichtstrahlen auf die große Leinwand wirft und die ersten Töne den Kinosaal ausfüllen, dann wird ein Versprechen eingelöst. Das Versprechen auf Momente, in denen wir mit all unseren Sinnen eine fremde Welt der Bilder und Töne erleben und Raum und Zeit verlassen. Diese Magie lässt sich auch heute noch auf den Gesichtern des Publikums ablesen und zwar unabhängig vom Alter und der jeweiligen Kinoerfahrung. Doch was passiert jenseits dieser Momente, und zwar ab dem Augenblick, wo die Zuschauer versuchen, Erzählmuster wiederzuerkennen, Bilderals eine eigene Sprache zu analysieren und sich Wissen über die Bilderproduktion anzueignen? Hier fängt Filmbildung an, die nicht vom Himmel oder von der Leinwand fällt, sondern wie vieles andere auch erlernt werden muss.

Ein Kinobesuch bei den SchulKinoWochen ist eine hervorragende Möglichkeit, ein konzentriertes Sehen an dem Ort zu lernen, der für besondere Seherlebnisse gebaut wurde: dem Kino. Und dieser lässt sich im Unterricht nachhaltig mit festgeschriebenen Bildungszielen verbinden, schließlich ist mittlerweile in vielen Ländern die Beschäftigung mit Film und Medien fester Bestandteil der Lehrpläne.

Dass es auch darüber hinaus um nachhaltige Bildungserlebnisse geht, zeigt ein Blick in das vorliegende Programm der SchulKinoWoche: Zahlreiche Filme, ganz prominent natürlich das Filmprogramm „17 Ziele, EINE Zukunft“, beschäftigen sich mit dem Ist-Zustand und den Bedürfnissen heutiger und kommender Generationen und regen dazu an gemeinsam hinzuschauen, kritisch zu hinterfragen und die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu erkunden. Auch ansonsten gibt es vieles (neu) zu entdecken: Das reicht von Klassikern des deutschen Kinderfilms über Einblicke in die Arbeitswelten der Zukunft bis hin zu filmischen Reflektionen von Konflikten in der offenen Gesellschaft. Ich lade Sie herzlich ein, diese thematische Vielfalt kennenzulernen.

All den ausgesuchten Werken gemein ist, dass es Filme sind, die für die große Leinwand gemacht wurden und jene Bilder und Emotionen bieten, für die das Kino auch heute noch steht.

Diesen Glauben an das Kino, den teilen wir mit vielen Unterstützern, die damit ganz im Sinne unseres Schirmherrn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen einen nachhaltigen Zugang zu Kunst und Kultur zu eröffnen. Unterstützt und gefördert wird VISION KINO dabei durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Filmförderungsanstalt sowie die „Kino macht Schule“ GbR. Neben ihnen gilt mein besonderer Dank auch den Schul- und Bildungsministerien sowie zahlreichen bundesweiten und lokalen Kooperationspartnern und Förderern, die es ermöglichen, dass wir bei den SchulKinoWochen erneut ein so umfangreiches Programm anbieten können.

Ich wünsche Ihnen inspirierende, lehrreiche und nicht zuletzt auch nachhaltig-magische Kinomomente bei den SchulKinoWochen 2018!


Ihre
Sarah Duve
Geschäftsführerin VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz