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Grußworte

zur 10. SchulKinoWoche Bayern 2017

Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Über eine Million Teilnehmer, 55 landesweite Lehrerfortbildungen und rund 500 filmpädagogische KinoSeminare − so lautet die erfreuliche Bilanz der SchulKinoWoche Bayern, die heuer ihren 10. Geburtstag feiert. Jährlich steigende Zuschauerzahlen – 2016 mit über 170.000 Kinobesuchern – beweisen: Das Konzept, Film auf den Stundenplan zu setzen, kommt an. Film als kulturelles Bildungsgut und der reflektierte Umgang mit diesem Medium haben in Bayern einen hohen Stellenwert.

Eingebettet in ein medienpädagogisches Gesamtkonzept ist die SchulKinoWoche Bayern ein großes Erfolgsmodell. Dank der Förderung des FilmFernsehFonds Bayern kann die Anzahl der teilnehmenden Filmtheater im Jubiläumsjahr von bisher 100 auf nun 125 ausgeweitet werden. 2017 haben damit bayernweit noch mehr Schulklassen die Gelegenheit, sich Wissen auf unterhaltsame und informative Art anzueignen und gleichzeitig Film- und Medienkompetenz zu erwerben. Das vielseitige Filmangebot reicht dabei von prämierten Kinderfilm-Produktionen über herausragende Literaturverfilmungen bis hin zu eindrucksvollen Dokumentarfilmen. Die Filme knüpfen an die Lehrpläne einzelner Fächer an und bieten viele Inhalte für nachhaltige Auseinandersetzungen mit kulturellen, geschichtlichen, gesellschaftlichen oder ökologischen Themen.

Mit Medien kompetent und verantwortungsvoll umzugehen, ist heutzutage eine wichtige Schlüsselqualifikation. Diese vermitteln die Schulen in Bayern auf vielfältige Weise. Die SchulKinoWoche Bayern konzentriert sich auf den Film als ein Leitmedium unserer Zeit und eröffnet den Schülerinnen und Schülern damit aufschlussreiche Blicke hinter die Kulissen. Sie lernen, einen Film nicht nur zu konsumieren, sondern ihn unter ästhetischen Gesichtspunkten zu betrachten. Dabei entwickeln sie Qualitätsbewusstsein und Kritikfähigkeit. In medienpädagogisch ausgerichteten Filmgesprächen treffen sie auf Experten, Regisseure sowie Produzenten und setzen sich mit Botschaften, Gestaltungsmöglichkeiten und Wirkungsweisen auseinander. Fortbildungen unterstützen Lehrkräfte dabei, den Gegenstand „Film“ auf der Höhe der Zeit zu unterrichten, und informieren über vielfältige Anknüpfungspunkte sowie gezielte Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Über 1.500 Lehrkräfte wurden so in den vergangenen zehn Jahren mit dem wirkungsvollen Lehrmittel Film vertraut gemacht. Damit leistet die SchulKinoWoche einen wesentlichen Beitrag zur Medienkompetenz junger Menschen, die im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Der große Erfolg dieses filmpädagogischen Projekts ist nicht zuletzt das Resultat vielfältiger Kooperationen mit regionalen und bundesweiten Partnern. Dank ihres Engagements und ihrer wertvollen Unterstützung konnten die SchulKinoWochen Bayern jährlich steigende Teilnehmerzahlen verzeichnen und eine überaus positive Bilanz ziehen. Mein besonderer Dank gilt dem Projektteam, das stets maßgeblich zum Gelingen der landesweit erfolgreichsten Filmbildungsinitiative beiträgt.

Allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften wünsche ich eine spannende und erkenntnisreiche SchulKinoWoche 2017 mit vielen interessanten Filmerlebnissen.
 
München, im Oktober 2016
 

Dr. Ludwig Spaenle 
Bayerischer Staatsminister
für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Vision Kino - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,

wie oft ist so ein Filmerlebnis im gemütlichen Kinosessel eine mal aufregende und schöne, mal durchaus unbequeme Reise: in eine andere Zeit, in ein anderes Leben, in ein anderes Land. Filme bringen uns die Vergangenheit nah und machen die Zukunft greifbar, sie können uns an die entlegensten Winkel der Welt führen oder uns die Augen für den Zauber des Alltäglichen öffnen, sie spiegeln unsere ureigensten Gefühle in Leinwandgröße oder lassen uns in eine fremde Haut schlüpfen und für kurze Zeit ein anderes Leben führen. Manchmal tun sie all dies gleichzeitig – so etwa die Neuverfilmung von HEIDI: Obwohl es sich hier um die Adaption eines historischen Kinderbuchs handelt, das nicht selten als „Schweizer Nationalgut“ bezeichnet wird, erzählt die Geschichte so universell vom Verlassen der Heimat und dem damit verbundenen Heimweh, dass sie Kinder über zeitliche und kulturelle Grenzen hinweg anrührt.

Auf diese Kraft von Filmen, Grenzen vielerlei Arten zu überwinden, Verständnis zu wecken und über Sprachbarrieren hinweg Brücken zu anderen Menschen und Kulturen zu bauen, setzt eines der neuen Angebote der SchulKinoWochen: Wir freuen uns sehr, dass wir ausgewählte Filme aus dem Programm mit gesonderten Unterrichtsmaterialien für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche anbieten können. Davon, wie unterschiedlich ihre Migrationsgeschichten sein können, zeugen eine Reihe von Filmen aus dem regulären Programm: Sie greifen die Themen Flucht, Vertreibung und Asyl auf und richten den Blick dabei auch auf die aufnehmenden Gesellschaften.

An bereits heimische Sprachlernende richtet sich unser neuer Praxisleitfaden „Film im Fremdsprachenunterricht“, der kostenlos auf der Website von VISION KINO bestellt werden kann. Auf 63 Seiten erschließt er das umfassende Potenzial des originalsprachlichen Films für die Vermittlung von Filmbildung, das interkulturelle Lernen, den Spracherwerb und das Hör-/Seh-Verstehen, bietet vielfältige methodische Anregungen sowie Informationen zu interessanten Quellen aus den Bereichen Film und Filmpädagogik für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch.

Last but not least wird die Relevanz von Filmbildung für kulturelle Vielfalt und Integration angesichts zunehmender Einwanderung und Migration auch eines der Themen sein, die der sechste Kongress „Film – Kompetenz – Bildung“ vom 7.-9. Dezember 2016 in Erfurt in sein Zentrum stellt. Zum Dialog eingeladen sind wieder Lehrkräfte, Kinobetreiber/innen, Filmschaffende und Entscheidungsträger/innen aus Film, Bildung, Politik und Wissenschaft. Die Teilnahme ist kostenlos und wird in fast allen Bundesländern als offizielle Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt.

Seit über 10 Jahren setzt sich VISION KINO für eine stärkere Wahrnehmung des Kinofilms in Bildungszusammenhängen ein. Unterstützt und gefördert wird VISION KINO durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Filmförderungsanstalt sowie die „Kino macht Schule“ GbR; die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Neben ihnen gilt unser Dank auch den Schul- und Bildungsministerien sowie zahlreichen bundesweiten und lokalen Kooperationspartnern und Unterstützern, die es ermöglichen, dass wir bei den SchulKinoWochen erneut ein umfangreiches Programm anbieten können.

Nach einem fantastischen Teilnahmerekord im letzten Turnus freuen wir uns darauf, auch während der SchulKinoWochen 2016/2017 wieder möglichst viele junge Menschen dabei zu unterstützen, kompetent und kreativ mit Film als Medium umzugehen, Kino als besonderen Ort des Filmkunstgenusses zu erleben – und als Ort, an dem hoffentlich viele Brücken zu anderen Menschen und neue Blickwinkel entstehen.

Ihre
Sarah Duve
Geschäftsführerin VISION KINO - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz
Dr. Ludwig Spaenle
Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Sarah Duve
Vision Kino - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz